Der stille Tod des Sehens

von Redaktion

Experte warnt: Bei Augenleiden keine Zeit verlieren

München – Augenerkrankungen sind tückisch, da man sie selbst meist erst sehr spät bemerkt. Umso wichtiger ist Vorsorge: Zu den häufigsten Augenerkrankungen im Alter gehört neben dem gut behandelbaren Grauen Star (Katarakt) die altersabhängige Makuladegeneration (AMD), bei der die Stelle des schärfsten Sehens altersbedingt Schaden nimmt. Sehr gefährlich, da meist lange unbemerkt, sind auch der Grüne Star (Glaukom) und die Diabetische Retinopathie, eine durch die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus hervorgerufene Schädigung der Netzhaut. „Je früher man die AMD, das Glaukom und die diabetische Retinopathie erkennt, desto erfolgreicher kann man gegensteuern“, betont Prof. Siegfried Priglinger, Ärztlicher Direktor der Augenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität.

Die unheilbare AMD betrifft in Deutschland rund sieben Millionen Menschen. „Die gute Nachricht ist aber, dass man den Verlauf in vielen Fällen durch eine Behandlung bremsen, in manchen Fällen sogar stoppen kann, sagt Priglinger. Ebenso wichtig ist Früherkennung beim Grünen Star (Glaukom). Bei dieser Augenerkrankung wird der Sehnerv strukturell und fortschreitend beschädigt – meistens durch zu hohen Augeninnendruck. Da die Betroffenen dies erst spät selbst merken, nennt man das Glaukom auch den stillen Tod des Sehens, erklärt Priglinger und rät, vor allem bei familiärer Vorbelastung, sich frühzeitig untersuchen zu lassen, und zwar von einem Augenarzt. „Es reicht nicht, nur einfach bei einem Optiker den Augeninnendruck messen zu lassen, da ein Glaukom auch bei Normaldruck entstehen kann, wenn der Sehnerv wegen schlechter Durchblutung nicht entsprechend versorgt wird.“SVS

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