Multi-Genanalyse bei Krebs: Im Labor werden Gewebe- und Blutproben untersucht. © Foundation Medicine Inc.
München – Im Kampf gegen Krebs setzen sich Multi-Genanalysen immer mehr durch. „Mithilfe dieser modernen Diagnostik können wir Patienten individuell und viel zielgerichteter auch mit biologischen Medikamenten helfen – etwa im Rahmen einer Immuntherapie“, erklärt der Gastroenterologe und Krebsspezialist Privatdozent Dr. Holger Seidl vom Münchner Isarklinikum (kleines Foto). Dabei wird anhand von Gewebeproben des Tumors oder Blutproben in Hightech-Labors die DNA des Tumors entschlüsselt. Die Kosten werden inzwischen immer öfter auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Auch bei der Darmkrebsfrüherkennung gibt es Fortschritte. So dürfen jetzt auch Frauen genauso wie Männer ab 50 Jahren eine Vorsorgekoloskopie durchführen lassen. Bis zum vergangenen Jahr galt noch ein Mindestalter von 55 Jahren. „Bei einer Darmspiegelung werden vor allem Polypen entfernt. Das sind Wucherungen in der Darmschleimhaut, die zu Krebsgeschwüren entarten können“, berichtet Seidl.
Die Robotik gilt als Schlüsselfaktor, um noch schonender zu operieren. „Wir können heute nahezu alle Eingriffe am Darm minimalinvasiv durchführen. Zudem setzen wir ein spezielles Behandlungsprogramm für noch schnellere Erholung ein. Auch nach größeren Eingriffen werden die Patienten sehr oft schon am dritten oder vierten Tag entlassen“, berichtet Prof. Franz Bader vom Isarklinikum, der zu den führenden Spezialisten bei minimalinvasiven Eingriffen zählt.BEZ