Die Fleischklößchen 15 Minuten ziehen lassen.
Ihre besten Rezepte stehen in „Annas Hofküche“.
Wirkt Wunder: eine klare Hühnersuppe.
Zutaten für die Nockerl aus Hühnerfleisch.
Die Biobäuerin kocht jeden Tag für die Familie.
Anna Ostermeier lebt ihren Traum: Sie züchtet mit ihrem Mann Jörg auf dem Hasenberghof Hühner. © Michaela Stache
Adelsried – Es begann mit einem „Fallschirmsprung ins neue Leben“. So beschreibt Anna Ostermeier (39) den letzten Abend auf einer Alm in den Chiemgauer Alpen. Einen Sommer hatte sie mit ihrem späteren Mann Jörg (42) dort oben verbracht. „Wir haben wundervolle Tage dort oben gehabt“, beschreibt die studierte Landwirtin den Sommer 2014. „Und dabei gemerkt, dass wir gut zusammenarbeiten können.“ Nicht nur das: An diesem letzten Sommerabend machte Jörg, auch er hatte Landwirtschaft studiert, seiner Anna einen Antrag. „Ich hatte Tränen in den Augen.“ Die beiden beschlossen, gemeinsam zurück ins Tal zu gehen, den elterlichen Hof von Jörg zu übernehmen und auf Bio umzustellen sowie einen Stall für Legehennen zu bauen.
Heute lebt Anna Ostermeier ihren Traum: Gemeinsam mit ihrem Mann Jörg hat sie den Hasenberghof bei Adelsried übernommen. Hier halten sie Legehennen nach dem Bruderhahn-Prinzip, bauen vergessenes Gemüse und Dinkel an und verkaufen ihre mit Liebe und Leidenschaft gemachten Produkte im eigenen Hofladen.
Hühner picken unter Pappeln
„Die Geflügelhaltung ist komplex“, sagt Anna Ostermeier heute. Beiden war von Anfang an klar, dass sie den Hof nicht im Nebenerwerb führen wollten. Ihre Vision: Eine ganzheitliche Vermarktung von Ei, Henne und Hahn. Ihr Federvieh pickt in einem Waldgarten aus 1800 Pappeln statt nur auf einer Wiese. „Das ist den Hühnern wesentlich lieber. Auf dem Feld haben sie Angst“, erklärt die Hühnerbäuerin.
Aus „Ehrfurcht vor dem Leben“ konzentrieren sich die Ostermeiers nicht nur auf die weiblichen Tiere, die Eier legen, sondern ziehen auch den sogenannten Bruderhahn mit auf. Ein Bruderhahn ist das männliche Küken einer Legehennen-Rasse, das früher oft direkt nach dem Schlüpfen getötet wurde, weil die Hähne weder Eier legen noch wirtschaftlich Fleisch ansetzen.
Das Fleisch der Bruderhähne vermarktet Anna Ostermeier in ihrem Hofladen, ebenso wie die anderen Hofprodukte. „Bruderhähne haben ein festeres Fleisch. Es erinnert leicht an Wildfleisch“, erklärt die Fachfrau. Die Bruderhähne eignen sich ideal als Brathähnchen, auch wenn sie kleiner als die weiblichen Tiere sind. Tipp für eine resche Haut: Einen Teelöffel Zucker unter die Gewürzmischung geben.