Ein Fersensporn kann sehr schmerzhaft sein. © Smarterpix
Das Sprungelenk bleibt durch Bänder stabil. © Smarterpix
Zeigt her eure Füße: Der Münchner Top-Orthopäde Prof. Martin Jung erklärt, auf was Sie achten müssen, um weiterhin hohe Sprünge wagen zu können. © Mauritius
München – Prof. Martin Jung ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit Spezialisierung unter anderem auf Sprunggelenk und Fuß. Entscheidend für den erfahrenen Chirurgen im Team der Orthopädischen Chirurgie München (OCM) ist neben fachlicher Exzellenz auch die umfassende Beratung der Patienten. Insofern entspricht unser Gelenk-Selbstcheck seiner Philosophie – auch wenn er klarstellt, dass er keine ärztliche Diagnose ersetzt. „Insbesondere nach einem Unfall oder dann, wenn plötzlich starke Schmerzen oder Funktionsverluste von Gefühl oder Beweglichkeit auftreten, die sich nicht bessern, sondern verschlimmern, oder wenn Rötungen, Fieber oder Ähnliches auftreten – sollten die Betroffenen einen Experten konsultieren“, betont Prof. Martin Jung.
Hallux Valgus
Beschwerdemuster: Der Großzeh kippt Richtung der anderen Zehen, der Fuß verbreitert sich auf Höhe des Ballens.
Selbstcheck und Diagnose: Schmerzen über dem Großzehballen anfangs bei zu engem Schuhwerk, später auch bei weiterem Schuhwerk.
Therapie: Der Hallux Valgus wird durch zu enge Schuhe begünstigt, in denen sich die Zehen übereinander sortieren, hat aber oft auch eine genetische Ursache. In jungen Jahren helfen Fußgymnastik, Barfußlaufen und ggf. Einlagen. Operativ stehen mehrere Methoden zur Verfügung, um die Zehen wieder zu begradigen. Bei der sogenannten Osteotomie nach Chevron werden die Achsen gelenkerhaltend korrigiert. „Wichtig ist aber, dass allein optische Gründe eine OP nicht begründen, diese ist nur ratsam bei Beschwerden“, betont Jung.
Arthrose im großen Zeh
Beschwerdemuster: Bei einem Hallux rigidus ist das Großzehengrundgelenk von Arthrose befallen. Dies macht sich bemerkbar durch Schmerzen beim Abrollen des Großzehengrundgelenks beim Gehen.
Selbstcheck und Diagnose: Schmerzen bei längerem Gehen, möglicherweise Knirschgeräusche beim Bewegen des Gelenks. Oben auf dem Großzehengrundgelenk entstehen häufig Zysten oder knöcherne Anbauten, sogenannte Osteophyten, die dann zusätzlich im Schuh drücken können. Ein Röntgenbild im Stehen in drei Ebenen macht den Verschleiß des Knorpels sichtbar.
Therapie: Schuhwerk, das das Abrollen des Großzehens erleichtert, ggf. verstärkende Einlagen unter dem Großzehengrundgelenk. Hilft die konservative Therapie nicht, kann das Großzehengrundgelenk operativ versteift werden, um die Schmerzen einzudämmen.
Fersensporn
Beschwerdemuster: Ein Fersensporn an der Plantarfaszie kann das morgendliche Auftreten zur Hölle machen.
Selbstcheck und Diagnose: Beim Drücken auf die Fußsohle über dem Fersenbein entsteht ein scharfer Schmerz, resultierend aus der Entzündung am Ansatz der Plantarfaszie. Gegebenefalls ist im Röntgenbild ein knöcherner Sporn zu sehen, die Entzündung selbst wird durch Kernspintomographie (MRT) sichtbar.
Therapie: Beim Gehen sollte man die Ferse durch eine weiche Sohle und durch orthopädische Einlagen weich betten. Um die Entzündung zu mindern, hilft Kühlen. Um die Sehne zu dehnen, sollte man die Zehen und das Sprunggelenk in Richtung Kniegelenk ziehen. Wenn die konservative Therapie, evtl unterstützt durch eine Kortisoninjektion nicht hilft, kann man mit Stoßwellen oder einer Bestrahlung behandeln, sagt Prof. Jung. Eine OP zum teilweisen Ablösen der Plantarfaszie empfiehlt er nicht.
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