Hightech gegen Arthrose: So hilft die neue TUM-App

von Redaktion

Ein Balance-Test mit Sensoren an den Beinen. Die neue Arthrose-App für Kniepatienten sammelt unter anderem Bewegungsdaten. © Fotos: Y. Thedens, TUM

Gemeinsam gegen Arthrose (v. li.): Anna Bauer, Patient Florian Schotter, CSU-Wissenschaftssprecher Robert Brannekämper, Prof. Rüdiger von Eisenhart-Rothe; Patient Johann Öckler und Dr. Christina Valle.

München – Im Kampf gegen Arthrose gehen Orthopäden und Forscher des TUM Klinikums Rechts der Isar neue Wege. Spezielle Untersuchungen und eine Smartphone-App sollen Patienten dabei helfen, die Entwicklung ihrer Kniearthrose nachzuvollziehen und gegebenenfalls mit ihrem künstlichen Kniegelenk noch besser zurechtzukommen. Bei dem innovativen Forschungsprojekt werden Bewegungsdaten und das individuelle Gesundheitsempfinden mit einer eigens entwickelten App gesammelt und teils mit KI-Unterstützung ausgewertet. „Wir analysieren zum Beispiel die Kniegelenksbeweglichkeit, Schrittlänge oder die Symmetrie beim Gehen im Laufe der Zeit und kombinieren diese mit den individuellen Beschwerden des Patienten. Diese Informationen können uns wertvolle Hinweise liefern, um die Therapie für unsere Patienten noch individueller zu gestalten und möglichst rechtzeitig Risiken zu erkennen. Diese Infos werden dem Patienten in der App dann auch direkt widergespiegelt“, erläutert Klinikdirektor Prof. Rüdiger von Eisenhart-Rothe. Mehr Infos unter www.newknee.de (QR-Code unten).

„Die App ist ein Paradebeispiel dafür, wie man Spitzenforschung in die Praxis umsetzt“, sagte Robert Brannekämper bei einem Besuch in der Orthopädie-Ambulanz. Der wissenschaftspolitische Sprecher der Landtags-CSU gilt als einflussreicher Unterstützer des Forschungsprojekts. Hintergrund: Mit Hightech-Offensiven seiner beiden universitären Flaggschiffe TUM Klinikum und LMU Klinikum will der Freistaat München als Medizin-Hauptstadt positionieren.

Im TUM Klinikum läuft eine weitere Studie, die mithilfe von kleinen elektronischen Geräten (Wearables) die körperlichen Voraussetzungen zur Rückkehr in den Alltag und zum Sport mit einer Knieprothese untersucht. Ein Beispiel: Nach einer Prothesen-OP wollen viele Patienten wissen, wann sie wieder Sport treiben können – etwa Skifahren. „Aber anders als etwa nach einer Kreuzband-OP gibt es für Patienten mit einem künstlichen Knie noch keinen speziellen Leistungstest mit objektiven Entscheidungskriterien. Deshalb werden wir dazu im TUM Klinikum eigene Sprechstunden anbieten“, berichtet Reha-Spezialistin Dr. Christina Valle, die auch im Medical Park Chiemsee viele Gelenkersatz-Patienten betreut. „Die neue App bietet wichtige Informationen, die zuvor nie für Patienten, Therapeuten und Ärzte sichtbar waren.“ ANDREAS BEEZ

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