Hightech-Eingriff im TUM Klinikum. © Fotos: K. Czoppelt (2)
Eine Gelenkersatz-OP mit dem Robotersystem Mako.
Ein Knorpelschaden im Knie macht sich oft durch einen dumpfen Schmerz, ein Reibungsgefühl und Knirschen bemerkbar. Der Selbstcheck: Verstärken sich die Beschwerden, wenn Sie eine Treppe hinunter gehen? Tut das Knie besonders weh, wenn Sie nach längerem Sitzen aufstehen? Bei großen Schäden, die permanent Schmerzen verursachen, kommt eine OP infrage. Bei Arthrose – einer Verschleißerkrankung verbunden mit Schmerzen, Schwellung und Bewegungseinschränkungen – ist ein Eingriff nur sinnvoll, wenn man damit den Verlauf bremsen kann. Dazu wird bei manchen Patienten die Beinachse umgestellt. Der Eingriff zielt darauf ab, geschädigte Gelenkbereiche zu entlasten – meist die Innenseite des Knies. Bei Arthrose im Endstadium ist auch ein Gelenkersatz sinnvoll. „Mit modernen Endoprothesen kann man entweder Teiles des Gelenks ersetzen (Schlittenprothese) oder das gesamte Gelenk“ erklärt Prof. Rüdiger von Eisenhart-Rothe vom TUM Klinikum. Sein Team setzt auch OP-Roboter ein, um das neue Knie optimal an den Patienten anzupassen.
Die Vorteile des OP-Roboters
Dessen Vorteile kommen vor allem am Kniegelenk zum Tragen – vorausgesetzt, der Operateur setzt den OP-Roboter richtig ein. Der Mako ermöglicht eine neue, noch effektivere OP-Strategie. Damit soll jeder Patient individuell operiert werden. „Es geht vor allem darum, die jeweilige patientenspezifische Biomechanik des betroffenen Gelenks wiederherzustellen. Die Prothese wird mithilfe des Roboters in einem bestimmten, zuvor genau berechneten Neigungswinkel positioniert, um das Bein des Patienten so exakt und so natürlich wie möglich nachzuempfinden“, erklärt von Eisenhart-Rothe. Der Fachbegriff für diese Behandlungsstrategie heißt „patient-specific-alignment“. Damit verbessert sich die Funktion des neuen Knies. Neben den viel exakteren Sägeschnitten, die zudem knochensparendes Operieren ermöglichen, misst der Roboter während der OP auch die Spannung der Bänder. „Dadurch können wir die Prothese feinjustieren.“ Der Roboter macht keinen Arbeitsschritt von allein.BEZ