MEIN KÜCHENGEHEIMNIS

Der Grünkohl erobert Süddeutschland

von Redaktion

Und schmeckt‘s? Karina Kotte probiert die Sauce.

Eine Bechamelsauce rundet das Gericht ab.

Stehen gemeinsam am Herd: Karina Kotte und Tochter.

Grünkohl wird erst gezupft, dann gehackt.

Jetzt ist Grünkohlsaison: Karina Kotte (rechts) und ihre Tochter Marlen interpretieren die Zubereitung des beliebten Gemüse-Klassikers neu. © Martin Hangen

Gesundes Soulfood: Grünkohl mit Linsen überbacken.

Diesmal nicht mit Pinkel, Kassler und Schmalz: Die Zutaten für die moderne Grünkohl-Moussaka.

Veganen Käse mit neutralem Öl beträufeln.

Als Kind hat Karina Kotte Grünkohl gehasst, das gibt sie offen zu. „Es gab ihn immer zu Mutters Geburtstag.“ Damals lebte die Familie in Osnabrück. Und den Grünkohl servierte die Mutter traditionell. In Gänseschmalz angebraten und ewig gekocht. Klassisch gekocht mit geräucherter Schweinebacke und Mettwürsten. „Ich mochte noch nie die fette Einlage“, sagt die Verwaltungsangestellte, die mittlerweile seit 25 Jahren in München wohnt und den Grünkohl längst in moderneren Varianten auf den Tisch bringt.

Seit ein paar Jahren ist der Grünkohl auch in Süddeutschland erhältlich. „Mittlerweile kann man ihn in den Wintermonaten fast bei jedem Gemüsehändler kaufen“, freut sich Karina Kotte. Und so gibt es den Grünkohl „ein paar Mal“ in der kalten Jahreszeit. Selten als Eintopf und wenn, dann mit geräuchertem Tofu als Einlage. „Lecker.“

Karina Kotte ist ständig auf der Suche nach alternativen Zubereitungsarten für den Grünkohl. Gerade gehört das Grünkohl-Moussaka zu ihren Lieblingsgerichten. Der Vorteil: Das Essen ist relativ schnell zubereitet und lässt sich auch vegan zubereiten. Das ist wichtig, weil Tochter Marlen (30) seit ein paar Jahren ohne tierische Produkte lebt.

Für alle, die mit veganem Käse arbeiten, hat Marlen, eine gelernte Diätassistentin, einen Tipp: „Diesen immer klein hacken und mit ein paar Tropfen Öl versehen, das verbessert die Schmelzfähigkeit.“ Diesmal verwenden Mutter und Tochter ausschließlich vegane Produkte – würde man es nicht wissen, beim Probeessen schmeckt man den Unterschied nicht heraus.

Auch für die Bechamel haben Mutter und Tochter, die gerne zusammen am Herd stehen (“Mittlerweile leider viel zu selten.“) einen Tipp. Karina Kotte sagt: „Man sollte sich ruhig mal trauen, bei Rezepten die gesündere Variante zu wählen.“ Im Fall einer Bechamelsauce greift sie zu Vollkornmehl und pimpt diese manchmal zusätzlich mit Weißwein oder Zitrone.

An der Moussaka-Variante gefällt Marlen, dass es ein Gericht mit Linsen ist. „Einfach gesund.“ Besonders Menschen, die Muskeln aufbauen wollen, sollten sie zu sich nehmen. Sie sind hervorragende Proteinlieferanten. Noch ein Tipp: „Linsen nicht zu weich kochen, sonst wird das Gericht matschig.“ Rote und gelbe Linsen werden schneller matschig als herkömmliche Berglinsen. Die „immer erst gesalzen werden, wenn sie bissfest gekocht sind“.

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