Änliche Fälle in der Familie erhöhen das Risiko

von Redaktion

Krebs in der Bauchspeicheldrüse ist sehr aggressiv. Fachleute fordern gezieltere Präventionsstrategien. © Smarterpix

Berlin – Krebsvorsorge ist ein Muss – doch bei manchen Krebsarten greifen die Standard-Vorsorgeuntersuchungen nicht. Auf Bauchspeicheldrüsenkrebs, im Fachjargon Pankreaskarzinom genannt, wird nicht gescannt. Und so wird dieser Krebs meist erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt – so wie auch bei Jörg von Rohland (siehe oben). Sein Cousin ist an einem Pankreaskarzinom gestorben. Bauchspeicheldrüsenkrebs zählt zu den aggressivsten Krebserkrankungen, stellt die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) klar.

Rund 20 000 Menschen erhalten jährlich die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs – Tendenz steigend. Laut DGVS wird das Pankreaskarzinom bis 2030 voraussichtlich die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland sein. Da die tyckische Erkrankung meist erst sehr spät entdeckt wird, überleben nur etwa zehn Prozent der Erkrankten die ersten fünf Jahre nach der Diagnose. Anlässlich des Weltkrebstages fordern Prof. Hana Älgül, ärztliche Fachgesellschaften und andere Krebsexperten, die Vorsorgestrategie zu ändern, um Hochrisikopatienten gezielt und früh zu identifizieren. Wichtig ist insbesondere familiäre Vorbelastung.

Ziel müsse sein, Menschen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko gezielt zu identifizieren, sodass sie eine spezialisierte und personalisierte Versorgung erhalten können, sagt Prof. Patrick Michl, Ärztlicher Direktor der Klinik für Gastroenterologie am Universitätsklinikum Heidelberg. „Wir brauchen nicht mehr Diagnostik für alle mit der Gießkanne, sondern eine präzise Strategie für Hochrisikopatienten“, fordert der Experte. „Wenn in der Familie bereits mehrere Fälle von Pankreaskrebs aufgetreten sind, bestimmte genetische Tumorsyndrome vorliegen oder Menschen an einer erblichen oder dauerhaft bestehenden Entzündung der Bauchspeicheldrüse leiden, sollten sie in spezielle Vorsorgeprogramme aufgenommen werden“, fordert auch Prof. Thomas Seufferlein, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin I am Universitätsklinikum Ulm. Auch bestimmte Zysten an der Bauchspeicheldrüse können mit einem erhöhten Krebsrisiko einhergehen und sollten überwacht werden. S. SASSE

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