Eine neue Krebstherapie rettete mich

von Redaktion

Wie ein neues Leben: Jörg von Rohland und seine Frau Cuc Nguyen-von Rohland im Januar 2026 beim Urlaub in Vietnam. © privat

Schwer gezeichnet war Jörg von Rohland Ende 2021.

Jörg von Rohland im Gespräch mit Susanne Sasse.

Weilheim/München – Mehr als eine halbe Million Menschen erkranken jedes Jahr alleine in Deutschland neu an Krebs. Der Weltkrebstag am Mittwoch soll auf die Krankheit aufmerksam machen, an Vorsorgeuntersuchungen erinnern, ebenso an Prävention wie Rauchstopp, gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung. Und Hoffnung machen, denn der medizinische Fortschritt bei der Bekämpfung von Krebs ist enorm. Heute ist die Medizin in der Lage, Menschen zu helfen, die vor ein paar Jahren unrettbar gewesen wären.

So jemand ist Jörg von Rohland. Seine Krankheitsgeschichte ist schockierend, macht aber dennoch in vielerlei Hinsicht Hoffnung: In Bezug auf die immer besseren Therapien gegen Krebs aber auch in der Hinsicht, dass Hartnäckigkeit, Hoffnung und überragende Ärzte in Kombination Wunder bewirken können.

Wie es der Weilheimer schaffte, immer wieder Hoffnung zu schöpfen, erklärt der 54-Jährige im Interview.

Wer entdeckte die Krebserkrankung?

Ich hatte schon mehrere Monate lang an Kreuzschmerzen gelitten, ohne dass man die Ursache gefunden hätte. Ich hatte alles versucht, zum Beispiel Akkupunktur. Eine Woche nach meinem 50. Geburtstag schickte mich meine Hausärztin in die Klinik für ein CT. Dort gab es dann das niederschmertternde Ergebnis Bauchspeicheldrüsenkrebs – also Pankreaskarzinom. Man fand einen Tumor in der Bauchspeicheldrüse und stellte fest, dass er auch schon in die Leber gestreut hatte. Die Lebermetastasen waren inoperabel. Ich war von Anfang an Palliativpatient.

Was schlugen die Ärzte vor?

Weil ich noch so jung war, haben mich die Ärzte an eine Uniklinik überwiesen. Dort konnte ich an einer Studie teilnehmen, einer Art Kombination aus Immun- und Chemotherapie, die hat dann auch ein bisschen angeschlagen – nur leider habe ich diese Medikamente gar nicht vertragen und bekam so starke Nebenwirkungen, sodass ich abbrechen musste. Ich habe dann noch drei Therapien gemacht, dann galt ich als austherapiert. Die Metastasen in der Leber wuchsen weiter. In der Leber hatte ich in der Spitze einen Tumor mit 13 Zentimetern Durchmesser. Dann las ich eben den Artikel über die neue Therapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs im Münchner Merkur und nahm Kontakt auf zu Prof. Algül. Das war meine Rettung. Heute ist der Krebs nicht mehr nachweisbar.

Wie verarbeitet man eine Krebs-Diagnose?

Zunächst ist es ein Schock. Dann folgte bei mir ein Auf und Ab. Ich habe tatsächlich alles probiert, ich hatte sogar Kontakt zu Ärzten in Madrid aufgenommen. Mein Rat an alle Krebspatienten: Vertraut nicht einem Arzt alleine, hört euch um und holt Zweitmeinungen ein. Meine Frau, unsere Kinder und meine Familie waren meine große Stütze.

Sehr wichtig waren für mich auch gute Freunde, die immer für mich eingestanden sind und mich unterstützt haben. Denn es gab durchaus Momente, in denen ich nahe am Aufgeben war. Zum Beispiel während der Chemo, als ich mehr als 40 Grad Fieber und Schüttelfrost hatte. Ich hatte mich auch sehr intensiv mit dem Thema Tod befasst. Und ich habe natürlich auch darum gekämpft, dass meine Familie finanziell abgesichert ist. Über all solche Dinge wie Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Lebensversicherung, Berufsunfähigkeitsrente und so weiter hatte ich zuvor nie wirklich nachgedacht.

Was raten Sie anderen Krebspatienten?

Seid aktiv, lasst euch auf neue Wege ein, lasst euch nicht abwimmeln, besucht mehrere Ärzte und sucht euch Hilfe.

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