Jodmangel: So gefährlich wird‘s für die Schilddrüse

von Redaktion

Die Schilddrüse wird beim Arzt untersucht. © dpa

Berlin – Aktuelle Daten zeigen, dass Deutschland wieder als Jodmangelgebiet gilt: 32 Prozent der Erwachsenen und 44 Prozent der Kinder und Jugendlichen erreichen nicht die empfohlene tägliche Jodzufuhr, belegt eine Untersuchungen des Robert Koch-Instituts. Hauptgründe sind veränderte Ernährungsgewohnheiten, etwa der Trend zu mehr pflanzenbasierten Produkten, und der rückläufige Einsatz von Jodsalz in der Lebensmittelindustrie.

Deshalb rät der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN) dringend, konsequent jodiertes Speisesalz in der Küche zu verwenden. Vor allem Schwangere und Personen, die sich rein pflanzenbasiert ernähren, müssten auf eine ausreichende Versorgung mit dem lebensnotwendigen Spurenelement achten. „Wir sehen in unserer Ambulanz immer häufiger junge Veganerinnen, die in Folge eines Joddefizits Schilddrüsenknoten entwickeln“, berichtet BDN-Experte Professor Dr. med. Markus Essler. Warnzeichen für Jodmangelstörungen kann neben Heiserkeit auch Druckempfindlichkeit sein – Halstücher und Rollkragenpullis werden als unangenehm empfunden.

Die deutschen Referenzwerte liegen derzeit bei 150 µg Jod pro Tag für Jugendliche und Erwachsene, erhöhter Bedarf bestehe für Schwangere (220 µg täglich) und Stillende (230 µg täglich). Werden die Referenzwerte deutlich unterschritten, kann es bei Erwachsenen zu Jodmangelstörungen wie einer Größenzunahme der Schilddrüse („Kropf“) oder der Bildung von Schilddrüsenknoten kommen.

Wer sich vegan ernährt, sollte daher täglich Jodsalz verwenden, Kaliumjodid-Tabletten oder Jodtropfen nehmen. Was das Salz betrifft, gilt die Faustregel: 5 Gramm jodiertes Speisesalz – ein gestrichener Teelöffel – enthalten 75 bis 125 µg Jod.

Artikel 2 von 7