Wie entsteht Long COVID?

von Redaktion

Bei Long Covid wird die Lungenfunktion überprüft. © dpa

Hannover – Nach einer Infektion mit dem Virus SARS-CoV-2 entwickeln bis zu zehn Prozent der Betroffenen Long COVID. Symptome wie Fatigue (extreme Erschöpfung), Konzentrationsstörungen, Atemwegsbeschwerden oder neurologische Probleme können über Jahre anhalten. „Long COVID ist eine komplexe Erkrankung mit verschiedenen Ausprägungen“, so Prof. Yang Li, Direktorin des Zentrums für Individualisierte Infektionsmedizin (CiiM) in Hannover. „Wie und in welcher Ausprägung Long COVID entsteht, ist bislang noch nahezu unverstanden.“ CiiM-Wissenschaftlerin Dr. Saumya Kumar geht auf Immunzellen ein, die zu den weißen Blutkörperchen gehören: „Mithilfe der Einzelzellanalyse konnten wir in diese Zellen hineinzoomen. Dabei zeigte sich, dass Monozyten mit einem bestimmten molekularen Zustand in ihrem Zellinneren, den wir ,LC-Mo‘ nannten, insbesondere bei Long-COVID-Patienten vorhanden waren, die zuvor eine milde bis moderate Erkrankung durchlaufen hatten.“ Damit wurde ein Mosaikstein entdeckt. „Sein Platz im Entstehungsbild von Long COVID muss zwar noch gefunden werden, doch er bietet Ansatzpunkte für weitere Studien, etwa mit Blick auf genetische Risikofaktoren.“

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