Study Smarter, die schlaue Lernapp aus München, baut automatisch Karteikarten und Tests aus hochgeladenen Materialien. © Study Smarter
Kinder und Jugendliche lernen mit Handy und Notebook manchmal bereitwilliger. Der Lernerfolg steht und fällt allerdings mit der genutzten App. © FABIO PRINCIPE/Freepik
Künstliche Intelligenz in der Schule? Viele Eltern und Großeltern denken in diesem Zusammenhang sofort an geschummelte Hausaufgaben und fürchten das Ende des eigenständigen Denkens. Doch richtig eingesetzt, fungiert die Software als geduldiger Privatlehrer, der rund um die Uhr bereitsteht. Die Programme erklären komplexe Formeln, strukturieren wirre Notizen und helfen dabei, Zusammenhänge wirklich zu durchdringen. Wir stellen sechs KI-Anwendungen vor, die beim Lernen helfen und Vorurteile entkräften. Selbst die teuersten Programme sind dabei günstiger als die meisten Nachhilfelehrer.
■ NotebookLM
Dieses Google-Werkzeug verwandelt ungeordnete Notizen in eine interaktive Wissensdatenbank. Nach dem Hochladen von Dokumenten erstellt die KI Zusammenfassungen oder sogar Podcasts, in denen Sprecher den Inhalt lebendig diskutieren. Der große Vorteil: Die KI nutzt nur Quellen, die die Lernenden selbst bereitstellen. Das minimiert Fehler. Ideal, um Ordnung ins Lern-Chaos zu bringen und Referate professionell vorzubereiten. (Gratis, notebooklm.google.com)
■ StudySmarter
Aus hochgeladenen Dokumenten baut die „All-in-one Lernplattform“ aus München automatisch Karteikarten und Übungstests. Ein individueller Lernplan nutzt dabei Erkenntnisse aus der Psychologie, um den Lernstoff in optimalen Intervallen zu wiederholen. So wird das Wissen langfristig im Gedächtnis verankert. Die App bietet außerdem breiten Zugang zu Millionen geteilter Lernmaterialien. (Gratis, Premium-Funktionen für drei bis zehn Euro im Monat, studysmarter.de)
■ ScienceOS
Gerade für die Recherche in der Oberstufe ist dieses Werkzeug eine enorme Hilfe. Im Gegensatz zu Suchmaschinen filtert ScienceOS Inhalte aus Millionen seriöser wissenschaftlicher Fachartikel. Das vermeidet weitgehend die klassischen KI-Halluzinationen und Fehlinformationen. Die KI beantwortet komplexe Fragen präzise und belegt jede Aussage mit einer Quellenangabe. Das lehrt den verantwortungsvollen Umgang mit Fakten und bereitet optimal auf wissenschaftliches Arbeiten vor. Perfekt für Facharbeiten, ohne sich in oberflächlichen Internetquellen zu verlieren. (Gratis, Premium für 8,70 Euro im Monat, scienceos.ai)
■ Goodnotes
Die bekannte Notizen-App für iOS und Android nutzt mittlerweile KI, um das Schreiben auf dem Tablet auf eine neue Ebene zu bringen. Die Software korrigiert im persönlichen Schreibstil Fehler, benennt Schwachstellen oder Lücken in Mathe-Gleichungen und gibt Hinweise zum korrekten Lösungsweg. Das digitale Heft wird zum interaktiven Begleiter, der beim Verstehen hilft. Die Verbindung aus haptischem Schreiben und intelligenter Assistenz verbessert die Struktur und die Merkfähigkeit. (Gratis, Premium z.B. für 13 Euro im Jahr, goodnotes.com/de)
■ Studley AI
Anstatt einfach Lösungen auszuspucken, agiert Studley wie ein kluger Mentor. Die App nutzt die sogenannte sokratische Methode: Sie stellt gezielte Gegenfragen und gibt kleine Hinweise, bis der Schüler den Lösungsweg selbst finden. Das fördert besonders für naturwissenschaftliche Fächer das logische Denken, statt nur das Kopieren von Ergebnissen zu belohnen. Dieser interaktive Ansatz ist Gold wert, da er echtes Verständnis schult. (Gratis, Premium ab ca. 9 Euro im Monat, studley.ai)
■ Duolingo Max
In dieser leistungsstärksten Version der Sprachlern-App sorgt KI für ein besonders intensives Training. Die Funktion „Erkläre meine Antwort“ hilft dabei, Fehler wirklich zu verstehen, statt sie nur stumpf zu korrigieren. In Rollenspielen und Videogesprächen kommunizieren Lernende in realitätsnahen Dialogen, etwa beim Bestellen im Café. Die Nutzung ist vergleichsweise teuer – aber sehr effektiv. (Ab 14,99 Euro im Monat, duolingo.com)JÖRG HEINRICH