Der moderne Taschendiebstahl funktioniert digital

von Redaktion

Immer mehr Kriminelle und Taschendiebe brauchen heutzutage keine flinken Finger oder Ablenkung mehr: Sie zapfen Geld digital ab, ohne Portemonnaie oder Smartphone zu stehlen. Besonders im Gedränge an Flughäfen, in Bussen, Bahnen oder touristischen Brennpunkten können Urlauber so schnell Opfer eines modernen Taschendiebstahls werden. Wir verraten, wie das funktioniert, und wie man sich heuer im Oster- oder Sommerurlaub schützen kann.

Wie funktioniert der Betrug? Kriminelle nutzen mobile Kartenlesegeräte, wie sie Händler für Zahlungen einsetzen. Diese Geräte sind klein, günstig und per Smartphone steuerbar. In dichtem Gedränge halten Täter das Lesegerät unauffällig nahe an eine Geldbörse oder ein Smartphone mit aktivierter NFC-Funktion. Für kleine Beträge ist keine PIN nötig – die Abbuchung läuft im Hintergrund, ohne dass das Opfer etwas merkt. Der Trick ist so perfide, weil er unsichtbar ist. Niemand wird angerempelt, niemand greift in Taschen, nichts verschwindet. Der Betrag ist zudem so gewählt, dass viele Betroffene ihn erst Tage später entdecken oder gar für einen eigenen Kauf halten. Genau darauf setzen die Täter: auf Unachtsamkeit und Urlaubsstress.

Und wie groß kann der Schaden werden? Einzelne Abbuchungen sind meist auf 50 Euro begrenzt, doch in der Summe kann es teuer werden. Ermittler berichten von Fällen, in denen innerhalb kurzer Zeit mehrere tausend Euro erbeutet wurden, weil Täter viele Menschen nacheinander „abgescannt“ haben. Am wirksamsten schützt man sich, indem man unnötige Bankkarten im Hotel oder im Safe lässt. Smartphones sollten immer gesperrt sein, denn nur entsperrte Geräte erlauben kontaktlose Zahlungen. Zusätzlich helfen Geldbörsen oder Hüllen mit RFID-Schutz, die Funkverbindungen blockieren. Wichtig ist außerdem, unbekannte Abbuchungen sofort der Bank zu melden.JÖRG HEINRICH

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