Hautkrebs-Risiko beim Sport

von Redaktion

Was Dermatologe Liebich Top-Athleten und Hobby-Olympioniken rät

Auf gute Zusammenarbeit: Dr. Christoph Liebich und Olympiastützpunkt-Leiter Volker Herrmann.

Dermatologe Dr. Christoph Liebich untersucht den Leistungssportler Maximilian Achhammer.

Hautkrebsvorsorge: Maximilian Achhammer lässt in der Praxis Dermazent von Dr. Christoph Liebich seine Muttermale scannen. © Fotos: Achim Frank Schmidt

München – Wenn es um die medizinische Betreuung von Sportlern geht, denken viele zunächst an Orthopäden oder Internisten. Einen Hautarzt haben die wenigsten auf dem Schirm. Dabei wird dieses Fachgebiet für sowohl für Top-Athleten als auch für Hobby-Olympioniken immer wichtiger – insbesondere dann, wenn sie in Freiluftsportarten unterwegs sind. „Das Hautkrebsrisiko steigt seit Jahren an, es gibt immer mehr Fälle, und es sind auch immer öfter jüngere Menschen betroffen. Einer der größten Risikofaktoren ist die UV-Strahlung. Regelmäßige Vorsorge der Schlüssel dazu, um Krebsvorstufen oder auch eine bereits ausgebrochene Tumorerkrankung frühzeitig zu entdecken“, sagt Dr. Christoph Liebich. Der sportbegeisterte Dermatologe, der als erfahrener und versierter Diagnostiker gilt, verstärkt jetzt im Rahmen einer neuen Kooperation auch das Ärzte-Team des Olympiastützpunkts Bayern (OSP) am Münchner Olympiastadion.

In der Kaderschmiede für die Medaillengewinner von morgen gehört ein erstklassiges medizinisches Netzwerk zur Erfolgsbasis. Dazu zählen unter anderem Orthopäden wie Dr. Frank Styra und Prof. Andreas Lenich, Sportkardiologe Prof. Martin Halle, aber auch Radiologe Dr. Armin Seifarth, Gynäkologin Dr. Constanze Niemeyer und nun auch Hautarzt Liebich. „Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Athleten sich auch um Vorsorge kümmern“, sagt Stützpunktleiter Volker Herrmann. Und die fängt beim OSP schon in jungen Jahren an. So schaute jüngst Leichtathlet Maximilian Achhammer zum Hautkrebsscreening vorbei. Der 20-Jährige Sprinter zählt zu den Nachwuchshoffnungen über 100 und 200 Meter. „Ich bin viel in der Sonne und möchte zudem auch sichergehen, dass meine Muttermale unauffällig bin“, sagte er beim Hautcheck in Liebichs Praxis Dermazent unserer Zeitung.

Dass auch Münchens Olympia-Stratege Herrmann und sein Betreuerteam das Thema Vorsorge so ernst nehmen, hat einen besorgniserregenden Hintergrund: Hautkrebs wird immer mehr zur Volkskrankheit. Inzwischen erkranken jedes Jahr allein in Deutschland mehr als 200 000 Menschen – Tendenz steigend. Als einer der wichtigsten Risikofaktoren gilt UV-Strahlung. Trotzdem vernachlässigen viele Menschen nach wie vor Schutzmaßnahmen. Die Folgen können dramatisch sein. Jedes Jahr sterben fast 4000 Menschen an diesem Krebsleiden. In den allermeisten Fällen litten die Patienten an einem Melanom, wie Mediziner den schwarzen Hautkrebs nennen. Dagegen verläuft weißer oder heller Hautkrebs oft weniger dramatisch, weil er in den allermeisten Fällen keine Metastasen bildet. „Gefährlich kann diese Erkrankung trotzdem werden, denn in vielen Fällen müssen die Wucherungen in teils aufwendigen Operationen entfernt werden. Dies kann auch unter kosmetischen Aspekten zu einer Herausforderung werden“, weiß Liebich.

Doch es gibt auch eine ermutigende Erkenntnis: Je früher Hautkrebs oder seine Vorstufen entdeckt werden, desto besser sind die Behandlungschancen. In frühen Stadien ist sogar eine vollständige Heilung wahrscheinlich. Mit neuen technischen, teils KI-basierten Hilfsmitteln können Hautärzte wie Dr. Liebich problematische Hautveränderungen noch früher enttarnen. „Deshalb ist es so wichtig, regelmäßig zur Hautkrebsvorsorge zu gehen“, so Liebichs Appell an alle Patienten.

Gesetzlich versicherte Patienten haben alle zwei Jahre Anspruch auf diese Untersuchung. Es können allerdings zusätzliche Kosten anfallen, etwa für die Dokumentation der Muttermale. Tipp der Redaktion: Hautkrebs-Vorsorgetermine sollten rechtzeitig vereinbart werden, möglichst Monate im Voraus, weil gerade in München großer Bedarf besteht und Termine rar sind.

ANDREAS BEEZ

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