MEIN KÜCHENGEHEIMNIS

Volle Konzentration aufs Date

von Redaktion

Pfefferkunde: Simon Mendel informiert Stephanie Ebner.

Glänzt: Schalotten in Rotwein-Reduktion.

Frisch gemahlen schmeckt Pfeffer am besten.

Da steckt Power drin: Rohe Rote Bete, geraspelt.

Mit viel Liebe angerichtet: Simon Mendel von der „Gewürzmühle“ drapiert den Meerrettichschaum. © Martin Hangen

Die Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Auch die Libido lässt sich mit scharfen Gewürzen anheizen. Gewürze spielen daher eine zentrale Rolle bei einem Valentins-Menü.

Entwickelt hat es Simon Mendel. Er steht in der Versuchsküche der „Gewürzmühle“ in Rosenheim. Eine Manufaktur, die seit 1957 mit Gewürzen handelt. Der 38-Jährige versteht sich als Gewürzmüller. „Wir verwenden für unsere Gewürze und Mischungen die pure Natur. Blüten, Rinden, Blätter und Wurzeln.“

Der Fokus des gebürtigen Münchners liegt auf dem Handwerk. Mit den Gewürzen „wollen wir Emotionen wecken“. 2019 hat der Gewürz-Sommelier, der nach dem Studium erstmals beim Feinkosthändler Dallmayr beruflich mit Gewürzen zu tun hatte, die Gewürzmühle Rosenheim übernommen und nach und nach ausgebaut. Wurde zu Beginn das Gewürz aus der Tonne heraus verkauft, liegt das Hauptaugenmerk heutzutage auf dem Online-Geschäft. Auch sieben Landgeschäfte sind über den süddeutschen Raum verteilt.

Simon Mendel legt Wert auf die Qualität seiner Produkte. Wenn möglich, sollen die Gewürze „von regionalen Kleinerzeugern stammen“. Immer ist das nicht möglich – „Pfeffer wächst nun mal nicht in Deutschland“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Pfeffer spielt in der „Gewürzmühle“ ein wichtige Rolle. Rund 30 verschiedene Sorten hat die Manufaktur im Programm. Denn: „Pfeffer ist nicht gleich Pfeffer.“ Simon Mendels Tipp: „Einfach mal ausprobieren und sich nicht allzu streng an Vorgaben beim Würzen halten.“ Jeder müsse selbst rausfinden, was ihm schmeckt. Einzig das frische Mahlen von Pfefferkörnern ist wichtig. „Sonst verflüchtigt sich das Aroma von Pfeffer zu schnell.“ Daher sollte in jeder Küche und an jedem Tisch eine Pfeffermühle vorhanden sein.

Die richtige Schärfe ist bei einem Menü fürs Date das eine. Am Valentinstag setzen Köche zudem gerne auf die Farben Rot und Rosa. Denn in der Farbpsychologie drücken die Rottöne Zuneigung aus. Deshalb drapiert Simon Mendel seinen gratinierten Ziegenkäse auf einem knallroten Rote-Bete-Bett. Wichtig: Mit Einmal-Handschuhen arbeiten, wenn man zur Roten Bete greift und diese roh raspelt. Das Wurzelgemüse sorgt sonst für unschöne Verfärbungen an den Händen. Und rot gefärbte Haut kann bei einem Date keiner gebrauchen.

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