Expertin: Vorsicht bei Dr. Google

von Redaktion

Krankheitsgefühl: Viele forschen deshalb im Netz. © dpa

Hannover – Für viele ist das Internet in medizinischen Fragen eine zentrale Informationsquelle: Laut einer forsa-Umfrage im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) haben 91 Prozent der Befragten bei Dr. Google und Kollegen schon nach Infos zu Krankheiten und deren Symptomen recherchiert, egal ob sie selbst betroffen waren oder jemand aus ihrem Umfeld.

Ein Drittel aller befragten 16- bis 70-Jährigen forscht im Netz zu medizinischen Fragen, um sich einen Arztbesuch zu ersparen – etwa angesichts voller Praxen und langer Wartezeiten. „Wer im Netz nach Krankheiten und Symptomen googelt, macht erst einmal nichts falsch“, sagt KKH-Psychologin Isabelle Wenck. „In den meisten Fällen verbessert dies sogar die eigene Gesundheitskompetenz – vorausgesetzt, die Informationen sind seriös und aktuell.“ Wer sich via Internet auf einen Arzttermin vorbereitet – dies würden gut die Hälfte aller Befragten (53 Prozent) tun –, kann zum Beispiel passende Fragen stellen.

Doch Vorsicht: Laien können schnell auf eine Flut von Diagnosen stoßen, jeder Siebte (15 Prozent) fühlte sich schon verunsichert. Und genau hier liegt das Problem: „Vor allem Menschen mit psychischen Erkrankungen wie einer Angst- oder Zwangsstörung können dann schnell in einen Teufelskreis geraten.“ Das gelte insbesondere für diejenigen, die bereits eine konkrete Angst vor schweren oder unheilbaren Krankheiten haben. „In der Folge kann eine Cyberchondrie entstehen. Diese zwanghafte Sucht nach einer Internetdiagnose wird auch Morbus Google genannt.“

Deshalb rät die Expertin: „Der Gang in die Arztpraxis ist deshalb oftmals ratsamer als reine Internetrecherche.“ Eine individuelle Diagnose erfordert zudem medizinische Untersuchungen wie etwa eine Kontrolle der Blutwerte, die nur eine Praxis oder Klinik leisten kann. Als Orientierungshilfe kann Ihnen aber auch weiterhin Ihre Tageszeitung dienen, wo wir Sie, liebe Leser, mit dem Fachwissen renommierter Experten unterstützen.

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