MEIN KÜCHENGEHEIMNIS

Grüner Tee ist Hochkultur

von Redaktion

Aufgebrühter Tee eignet sich für Grüntee-Pesto.

Teezeremonie mit Grünem Tee und fein abgestimmten Snacks und Bohnen (Kuromame).

Kinderleicht: Mit Frischhaltefolie formt man Sushi.

Schnell in Folie gedreht: das „Handball“-Sushi.

Matchapulver vor dem Aufbrühen immer sieben.

Teeschalen mit heißem Wasser anwärmen.

Matcha ist mehr als Matcha-Latte in den hippen Cafés: Die zertifizierte Teebotschafterin Yoshiko Tamura zeigt den Umgang mit Grünem Tee. © Oliver Bodmer

Grüner Tee ist tief in der japanischen Kultur verwurzelt. Er ist unverzichtbarer Alltagsbegleiter und Lebensstil in einem. „Wir trinken Tee ganz anders als die Deutschen. Tröpfchen für Tröpfchen, serviert in kleinen Teeschalen, statt literweise aufgebrüht“, erklärt die Teebotschafterin den großen Unterschied. Yoshiko Tamura hat für die Zeremonie Thermoskannen, verschiedene Kännchen und Teeschalen vor sich aufgebaut. Dazu kleine Snacks, die „den Mund vorbereiten“ sollen.

Japan ist derzeit ein Sehnsuchtsziel. Das Land der aufgehenden Sonne hat sich zu einem der attraktivsten Reiseziele weltweit entwickelt. Über 40 Millionen Besucher aus der ganzen Welt strömten allein im vergangenen Jahr nach Japan. Pulsierende Städte und eine jahrtausendealte Kultur faszinieren. Auch die japanische Kulinarik begeistert. Ramen- und Matcha-Läden sprießen insbesondere in Uni-Vierteln nur so aus dem Boden.

Über den Matcha-Trend kann Yoshiko Tamura nur milde lächeln. „So würde Matcha in Japan nie getrunken.“ Zu mehr lässt sich die Japanerin nicht hinreißen. Matcha ist eine Teesorte, die gedämpft und dann zu einem sehr feinen Pulver gemahlen wird. „In Japan ist Matcha kein Alltagsgetränk. Wir trinken Matcha nur zu besonderen Anlässen.“ Matcha wird anders verarbeitet als Sencha, normaler Grüner Tee. Wichtigstes Werkzeug: ein Bambusbesen, mit dem das grüne Teepulver mit heißem Wasser „erst geknetet, dann aufgeschlagen“ wird. Wichtig: Den Besen vorher anfeuchten. Matcha zeichnet sich durch seine „leuchtend grüne Farbe sowie sein edles Aroma mit cremigen Umami“ aus.

Egal, ob Matcha oder Grüner Tee: „Immer weiches Wasser verwenden“, lautet die wichtigste Regel im Umgang mit Tee. „Denn hartes Wasser zerstört sämtliche positive Eigenschaften des Tees.“ In Regionen mit hartem Wasser – wie das im Raum München der Fall ist – empfiehlt Yoshiko Tamura das Wasser vorher zu filtern oder weiches Wasser aus Flaschen zu verwenden.

Seit zehn Jahren lebt Yoshiko Tamura im Raum München. „Deutschland war mein Sehnsuchtsziel“, sagt sie, nachdem sie zuvor bereits 16 Jahre für deutsche Firmen in Tokio gearbeitet hatte. Jetzt treibt sie mit Schulungen das Projekt „T4G“ voran. Ein faszinierendes Thema, wie sie findet. „Wenn man einmal begonnen hat, die Tür zu öffnen, dann gibt es viel zu entdecken.“

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