Leistungsfähigkeit der Atemwege: Bei dieser Frau wird die Lungenfunktion gemessen. © smarterpix
München – Wer mit Symptomen für COPD zum Arzt geht, wird zunächst gründlich untersucht. „Ein Pfeifen auf der Lunge und eine Verlängerung der Ausatmung deuten auf eine Verengung der Atemwege hin“, sagt Prof. Jürgen Behr.
Zur weiteren Abklärung gibt es verschiedene Lungenfunktionsmessungen: „Zum einen haben wir die Spirometrie: Dabei pustet man kräftig in ein Gerät. So kann gemessen werden, wie schnell und wie viel Luft man ausatmen kann.“ Daneben steht die Bodyplethysmographie zur Verfügung. Behr: „Hier sitzt man in einer geschlossenen Kabine. Dabei werden weitere Lungenvolumina gemessen und geprüft, ob das Atmen erschwert ist, also wie die Luft durch die Atemwege strömen kann.“ Drittens können Mediziner auf die Diffusionsmessung zurückgreifen: „Hier wird geprüft, wie gut der Sauerstoff aus der eingeatmeten Luft ins Blut übertritt. Liegt bereits eine COPD vor, gibt es weitere Verfahren, die sehr empfindlich geringe Veränderungen messen können, wie die Impulsoszillometrie und die MBW- oder Stickstoff-Auswaschmessung, die aber nur teilweise in der klinischen Routine eingesetzt werden“, erklärt der Lungen-Experte des Münchner LMU Klinikums.
Die Behandlung richtet sich immer nach der Schwere der Erkrankung und den Beschwerden des Patienten. „Am wichtigsten ist, neben dem Vermeiden der auslösenden Ursache, die Verengung der Atemwege zu behandeln“, sagt Dr. Pontus Mertsch. Dafür werden inhalative Medikamente, sprich Sprays oder Pulverinhalatoren, eingesetzt. „Deren Inhaltsstoffe führen zu einer Erschlaffung der Bronchialmuskulatur, wodurch sich die Bronchien erweitern. Dadurch wird das Atmen erleichtert und die Häufigkeit von Infekten reduziert“, berichtet der Oberarzt weiter.
Bei manchen Patienten kann sich die Inhalation von niedrig-dosiertem Cortison zusätzlich positiv auswirken. Mertsch: „Wenn regelmäßig zäher Schleim vorhanden ist, können Sekretlöser und Atemphysiotherapie das Abhusten erleichtern. Treten trotzdem Verschlechterungen auf, kann man entzündungshemmende Langzeittherapien einsetzen, etwa bestimmte Antibiotika in niedriger Dosis oder moderne Antikörpertherapien.“
Wichtige Bestandteile der Behandlung sind außerdem regelmäßige Bewegung, körperliches Training und Impfungen. Bei stärkerer Einschränkung könne auch eine pneumologische Reha helfen, die körperliche Belastbarkeit zu stärken und die Lebensqualität zu verbessern.
„Viele Menschen mit COPD haben zusätzlich andere Erkrankungen wie Herzprobleme, Diabetes oder Depressionen“, sagt Prof. Behr. „Diese sollten immer gemeinsam mit der COPD behandelt werden, da sie sich gegenseitig negativ beeinflussen können.“