Auch mit viel Übung stößt Multitasking an seine Grenzen

von Redaktion

Multitasking: Beim Ausparken reicht eine Mutter Apfelstücke nach hinten. © Riedl/dpa

Auch mit viel Training kann das menschliche Gehirn zwei Aufgaben nicht wirklich gleichzeitig erledigen. Stattdessen arbeitet es diese Aufgaben weiterhin nacheinander ab, wie eine Studie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Fernuniversität in Hagen und der Medical School Hamburg zeigt. Für die Untersuchung bearbeiteten die Versuchspersonen zwei Aufgaben parallel: Sie sollten mit der rechten Hand die Größe eines kurz eingeblendeten Kreises anzeigen und gleichzeitig sagen, ob ein abgespielter Ton hoch, mittel oder tief war. Gemessen wurde, wie schnell sie reagierten und wie viele Fehler sie machten. Die Tests wurden über mehrere Tage hinweg wiederholt.

Mit zunehmender Übung wurden die Teilnehmer zwar schneller und machten weniger Fehler. Lange galt ein solcher Trainingseffekt als Hinweis darauf, dass das Gehirn Aufgaben mit genügend Übung parallel verarbeiten kann. „Dieses als Virtually Perfect Time Sharing bekannte Phänomen galt lange als Hinweis auf echte Parallelverarbeitung im Gehirn und als Nachweis dafür, dass unser Gehirn grenzenlos multitaskingfähig ist“, sagte der Psychologe Torsten Schubert von der Universität Halle. Die neuen Ergebnisse sprächen jedoch gegen diese Annahme.

Den Forschern zufolge optimiert das Gehirn die Reihenfolge der einzelnen Verarbeitungsschritte, sodass sie sich weniger gegenseitig behindern. „Unser Gehirn ist sehr geschickt darin, Prozesse hintereinander zu reihen“, erklärte der Psychologe aus Halle.

Diese Optimierung habe jedoch Grenzen. Das Forschungsteam konnte nämlich auch nachweisen, dass bei kleinsten Veränderungen an den Aufgaben die Fehlerquote höher wurde und die Probanden länger brauchten, um die Aufgaben zu lösen.

Artikel 2 von 5