Prof. Peter Diehl mit dem Modell einer Hüfte. Im Hintergrund: MRT-Bilder des Knochenödems. © SIGI JANTZ
München – Die gute Nachricht zuerst: Ein Knochenmarködem heilt in den meisten Fällen vollständig aus. Die Vorrausetzung dafür ist aber eine rasche, professionelle Behandlung beim Facharzt wie einem Orthopäden – und ganz viel Geduld!
Häufige Auslöser: Ein Ödem entsteht, wenn sich im Inneren eines Knochens vermehrt Flüssigkeit im Knochenmark einlagert. Meist ist dies keine eigenständige Erkrankung, sondern eine Reaktion des Körpers auf Überlastung, Verletzung oder Entzündung. Häufige Auslöser sind zum Beispiel Sportarten mit einer viel zu schnellen Steigerung der Belastung, auch Fehlstellungen von Gelenken sowie starke Prellungen oder kleine, kaum bemerkte Mikroverletzungen. Prof. Peter Diehl: „Ein Klassiker für die Auslösung eines Knochenmarködems sind zum Beispiel tagelange Wanderungen ohne vorheriges Training und dazu oft auch noch mit falschem Schuhwerk. Dazu zählen auch Sportarten mit hoher Stoßbelastung, schnellen Richtungswechseln und Sturzrisiken wie etwa beim Skifahren.“ Auch Arthrose oder Durchblutungsstörungen können eine Rolle spielen. Im MRT zeigt sich das Ödem als helle Veränderung, weil dort mehr Wasser vorhanden ist als im gesunden Gewebe. Die Patienten spüren oft einen tiefsitzenden, belastungsabhängigen Schmerz, der sich bei Druck oder Bewegung verstärkt und im Ruhezustand nachlässt.
Die Behandlung: Das Grundprinzip der Therapie ist immer gleich: Entlastung, Durchblutungsförderung und dann ein langsamer Aufbau der Belastbarkeit. In der akuten Phase bedeutet dies häufig Schonung oder Teilbelastung, je nach Bereich auch mit Orthesen beziehungsweise Gehstützen sowie schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten. Physiotherapie und medizinische Trainingstherapie spielen eine zentrale Rolle, um die Muskulatur zu stärken und Fehlbelastungen zu korrigieren. Verfahren wie die Stoßwellentherapie oder elektromagnetische Therapien wie das EMTT unterstützen die Heilung. Wichtig ist Geduld: Ein Knochenödem heilt oft erst über Wochen und Monate richtig aus. Zu frühe Belastungen können den Heilungsprozess verzögern.
Rechtzeitig zum Arzt: Wird ein Knochenödem längere Zeit einfach ignoriert, können die Folgen fatal sein. Im ungünstigen Fall drohen Stressfrakturen, Schäden am Gelenk und das Absterben des Knochengewebes bei anhaltend schlechter Durchblutung. Prof. Peter Diehl: „Im fortgeschrittenen Stadium des Knochenödems kann eine Entlastungsbohrung notwendig werden, um den Überdruck zu entlasten. Sollte Knochengewebe absterben, hilft zuletzt nur noch eine Prothese. Das jedoch sind extreme und seltene Fälle.“ Deshalb gilt auf jeden Fall: Gehen Sie bei anhaltenden Knochenschmerzen immer ganz rasch zu einem Arzt.DOP