Der Schulbeginn ist für Kinder mit ADHS oft schwierig. © Sebastian Gollnow/dpa
Weinheim – Fachleute raten Eltern nach einer ADHS-Diagnose bei Tochter oder Sohn zur Teamarbeit. „Es ist schwierig, Kindern diese Diagnose so zu erklären, dass sie sie nicht als Schild nutzen. Nach dem Motto: Ich kann nicht anders, ich habe halt ADHS“, sagt der Psychologe Stephan Kolbe. Verstehen sollte das Kind aber, dass es das, was ihm etwa in der Schule widerfahre, nur begrenzt steuern könne – und dass man gemeinsam lernen wolle, besser zu steuern. Die Kindertherapeutin Mila Ould Yahoui betonte: „Was mit Regelmäßigkeit und starren Abläufen zu tun hat, klappt nicht so gut.“ So ließen sich Jungen und Mädchen mit ADHS für Dinge, die sie nicht interessierten, nur schwer begeistern. Schon kleine Maßnahmen könnten ihnen helfen, sagte Kolbe – etwa ein Sitzplatz in der Nähe der Lehrkraft. Oft würden diese Schüler jedoch neben stillere Kinder gesetzt, was für beide Seiten „nicht prickelnd“ sei. Auch bei einer neuen Sitzordnung bräuchten Kinder mit ADHS mehr Zeit, um sich neu zu orientieren. Sinnvoll sei zudem, einzelne Fächer mit Farben zu verbinden. „Mathe, das heißt dann: das blaue Heft, dieses Buch, ein Stift“, so Kolbe.