So erkennen Sie Kontrollzwang

von Redaktion

Dr. Tobias Hornig Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie MEDIAN Klinik St. Georg Bad Dürrheim

Vermutlich hat sich jeder schon dabei ertappt, noch mal zu kontrollieren, ob der Herd ausgeschaltet ist. Doch ab wann wird das zwanghaft? Viele Menschen pflegen feste Rituale, denn Routinen vermitteln ein Gefühl von Kontrolle. Wenn beim Unterlassen der Handlungen starke Anspannungszustände entstehen, kann man oftmals von einer Zwangsstörung sprechen. Der entscheidende Faktor für die klinische Einordnung ist aber nicht die Art der Handlung selbst, sondern der damit verbundene Leidensdruck und der zeitliche Aufwand. Der Übergang von ausgeprägter Gewissenhaftigkeit zur klinisch relevanten Zwangsstörung bleibt für das Umfeld meist lange unsichtbar. Ein wesentliches Merkmal echter Zwänge ist ihre mangelnde Logik. Der erste Schritt zur Besserung ist das Eingeständnis, dass die Kontrolle, die man durch die Zwangshandlung zu gewinnen glaubt, zur Last geworden ist. Fachärzte helfen mit modernen Therapieansätzen, die Ängste schrittweise abzubauen.

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