Wer bei Schummerlicht lesen kann und wer nicht

von Redaktion

Patienten mit einer altersbedingten Makuladegeneration benötigen eine gut ausgeleuchtete Umgebung

Ein Kind liest abends vor dem Einschlafen im Bett ein spannendes Buch: Das ist nicht schädlich für die Augen. © Mascha Brichta/dpa

„Mach dir Licht an, du verdirbst dir die Augen!“: Das ist ein typischer Eltern-Satz. Kann das Lesen bei schlechten Lichtverhältnissen wirklich dem Sehvermögen schaden? Auch Erwachsenen passiert es, dass sie mit einem dicken Roman auf dem Sofa versackt sind, nun dämmert es langsam. Doch der Lampenschalter ist gerade nicht in Griffweite und das Kapitel so spannend. Dazu gibt es jetzt eine (halbe) gute Nachricht: Wer bei schlechtem Licht liest, riskiert keine langfristigen Augenschäden. „Dadurch entstehen weder Augenerkrankungen noch verschlechtern sich die Sehwerte“, sagt Seleman Bedar, ärztlicher Leiter des OSG Augenzentrums Siegburg. Dennoch gibt es einen unerwünschten Effekt, den man sich durch das Lesen im Schummerlicht möglicherweise einkauft: Kopfschmerzen. Die Erklärung: „Bei schlechten Lichtverhältnissen beanspruchen wir das Auge mehr“, so der Augenarzt. Die kleinen Muskeln in unseren Augen müssen mehr arbeiten und können dadurch schneller ermüden – das kann zu Kopfweh führen. Wer sich das ersparen will, knipst also besser das Licht an.

Besonders eine Gruppe von Menschen sollte allerdings darauf achten, in einer gut ausgeleuchteten Umgebung zu lesen: Patienten mit einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD). Bei dieser häufigen Augenerkrankung nimmt nach und nach die Sehkraft im Bereich des schärfsten Sehens ab. „Dieses Krankheitsbild führt dazu, dass Patienten mehr und mehr Probleme haben beim Lesen. Eine gute, helle Beleuchtung verbessert häufig die Lesefähigkeit deutlich“, betont Seleman Bedar.

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