Bei einem Schlaganfall zählt jede Sekunde. © Smarterpix
München – Bei einem Schlaganfall gilt der Grundsatz „Zeit ist Gehirn“. Je schneller behandelt wird, desto eher lassen sich bleibende Beeinträchtigungen verhindern, stellt die Münchner Neurologin Dr. Silke Wunderlich klar. Die Leiterin der Stroke Unit am TUM Klinikum erklärt die zwei Arten von Schlaganfall: den ischämischen, bei dem ein Blutgefäß im Gehirn verlossen wird, was zu Sauerstoffmangel und absterbenden Hirnzellen führt. Zudem gibt es den weitaus selteneren, aber nicht weniger gefährlichen hämorrhagischen Schlaganfall, bei dem ein geplatztes Gefäß eine Hirnblutung auslöst.
Der FAST-Test
Der sogenannte FAST-Test hilft, einen Schlaganfall zu erkennen: Face (Gesicht): Ein herabhängender Mundwinkel oder ein einseitig verzogenes Gesicht deutet auf eine Lähmung hin. Arms (Arme): Bitten Sie die Person, beide Arme nach vorne zu strecken (Handflächen oben). Sinkt ein Arm ab oder lässt sich nicht heben, ist dies ein Anzeichen für eine Lähmung. Speech (Sprache): Verwaschene Sprache, Wortfindungsstörungen oder Unfähigkeit zu sprechen deuten auf eine Störung hin. Time (Zeit/sofort Notruf 112). „Bei diesen Anzeichen zählt jede Minute, da schnelle Hilfe Hirnschäden minimieren kann“, sagt Dr. Wunderlich und merkt an, dass es noch andere wichtige Warnsignale gibt: „Diese sind Sehstörungen bis hin zur Erblindung oder Schwindel, ebenso plötzliche heftige Kopfschmerzen.“
Die Medizinerin betont, dass die Erstversorgung von Schlaganfall-Patienten im Regelfall gut ist. Aber nach der Akutbehandlung sei es notwendig, dass die Menschen Reha-Angebote bekommen und wahrnehmen, insbesondere Physio-, Ergo- und Logopädie sowie eine neuropsychologische Nachsorge. „Ich finde auch die Idee einer Selbsthilfegruppe für betroffene Patienten hervorragend, da der Austausch mit anderen Betroffenen sehr hilfreich sein kann“, sagt Wunderlich.
Die Prävention und die richtige Einordnung von Warnsignalen liegen ihr am Herzen: „Besonders Vorhofflimmern ist gefährlich“, warnt sie und erklärt, „um es zu erkennen, sollte man ein Langzeit-EKG über einen Zeitraum von mindestens drei Tagen machen.“
Weitere Gefahrenquellen, die Sie in den Griff bekommen sollten, sind Engstellen in den Blutgefäßen, Blutgerinnsel, Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht, das Rauchen und zu viel Alkohol. Wichtig sei zudem, auf gesunden Schlaf zu achten, betont die Expertin: „Nächtliche Atemaussetzer, die zu Schlafapnoe führen, sind gefährlich.“SVS