Freizeitsport: So gefährlich sind Anabolika

von Redaktion

Experten warnen vor Risiko für Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung und plötzlichem Herztod

Muskelkraft: Ein Mann trainiert im Fitnessstudio. © dpa

Berlin – Gerade Menschen, die stark auf ihr Aussehen fixiert sind, trainieren oft im Fitnessstudio. Manche machen für einen schnellen Muskelaufbau auch vor Anabolika nicht halt. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie warnt vor den gesundheitlichen Risiken solcher Substanzen.

Dabei werden androgene Steroide genutzt, die in den Hormonhaushalt und in das Muskelgewebe eingreifen und den Muskelaufbau und die Belastbarkeit steigern. Das wirkt sich negativ auf zahlreiche Organe aus. Das Risiko für Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Erkrankungen des Herzmuskels oder einen plötzlichen Herztod steigt. Auch die Blutgerinnung kann gestört sein. „Das ganze Hormonsystem gerät aus dem Gleichgewicht, das auch nach dem Absetzen der Substanzen teilweise nur schwer wiederhergestellt werden kann“, erklärt Prof. Sven Diederich, ärztlicher Leiter bei Medicover Deutschland in Berlin.

Außerdem sind eine Brustdrüsenvergrößerung sowie eine Einschränkung der Fruchtbarkeit möglich. Betroffene berichten über depressive Phasen, Angst oder gesteigerte Aggressivität. Diederich: „Erst konkrete Auslöser wie ein unerfüllter Kinderwunsch oder auffällige körperliche Veränderungen führen zu einem Umdenken.“ Ein abruptes Absetzen der Anabolika kann aber zu erheblichen Beschwerden führen. Fachärzte können den Ausstieg begleiten und den Hormonhaushalt überwachen.

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