Warum Kleber und Öl nicht helfen

von Redaktion

Eine Zeckenzange zum Entfernen des Parasiten. © smarterpix

Die FSME-Impfung bietet den bestmöglichen Schutz. © dpa

München – Geht‘s um Zecken, hört Prof. Gerhard Dobler oft folgende Aussage: „Zecken fallen von Bäumen, auf der Wiese passiert mir nichts.“ Völlig falsch, erklärt der Mediziner: „Zecken sitzen im Gras und werden beim Vorbeigehen abgestreift.“

Auch dieser Irrglaube sei weitverbreitet, so der Experte: Entdeckt man eine Zecke am Körper, soll man sie mit Öl oder Uhu betäuben. Dobler winkt ab: „Eine Zecke atmet nur sechs- bis achtmal am Tag, die stört weder Öl noch Kleber.“

Wie aber entfernt man die Zecke richtig? „Mit einer Zeckenzange oder -karte. Nicht quetschen, sondern rasch herausziehen.“ Danach eine runde Linie um die Stelle zeichnen. „Bildet sich innerhalb von 30 Tagen ein roter Kreis mit einem Durchmesser von etwa fünf Zentimetern, spricht man von Wanderröte. Dann handelt es sich um Borreliose, die aber mit Antibiotikum behandelt werden kann.“ Tückisch bei FSME: „Da bildet sich höchstens eine kleine Pustel, wie bei einem Mückenstich.“

Die beste Absicherung gegen die Parasiten ist eine Impfung – nach einer vollständigen Grundimmunisierung mit drei Spritzen besteht ein Schutz von über 90 Prozent. In der Regel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Schutzimpfung.

Was Sie außerdem noch machen können, wenn Sie sich im Freien aufhalten: Lange, helle Hosen tragen, dort sieht man die Zecken leichter, dazu festes Schuhwerk und hohe Strümpfe. „Auch Anti-Zecken-Sprays können helfen“, sagt Prof. Dobler. Hier rät er: „Damit der Wirkstoff bei langen Aufenthalten im Freien, etwa Tagestouren beim Wandern, aber nicht vertrocknet oder abgewaschen wird, sollten die Sprays nach zwei bis drei Stunden neu aufgetragen werden.“

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