An den Pinselohren erkennt man den Luchs. © Philipp/dpa
Magdeburg – Vor einem Vierteljahrhundert startete im Harz die Wiederansiedlung der Luchse. Zuvor galt er 200 Jahre als ausgestorben. „Ich gehe davon aus, dass die innerhalb des Harzes zur Verfügung stehenden Reviere mittlerweile komplett von Luchsen besetzt sind“, sagte Luchs-Koordinator Ole Anders. Mittlerweile besiedeln Harz-Luchse auch Waldgebiete in Thüringen und Hessen.
Das Luchsprojekt Harz sei das erste offizielle Wiederansiedlungsprojekt dieser großen Katzenart in Deutschland, hieß es. Bis zum Jahr 2006 wurden insgesamt 24 Eurasische Luchse im Oberharz westlich vom Brocken ausgewildert. Durch den großflächigen Einsatz von Fotofallen sei mittlerweile ein Bestand von rund 90 Tieren im gesamten Harz ermittelt worden, sagte Anders. Hauptsächlich ernähren sich die Harz-Luchse von Rehen und Rotwild.
Allerdings gab es im Winter fünf Attacken eines Luchses auf Schafherden im Südharz, bei denen 27 Schafe getötet wurden. Zuvor habe es nur selten vereinzelte Luchsrisse gegeben, sagte Anders. Dass ein einzelner Luchs in so kurzer Zeit eine so hohe Zahl von Schafen tötet, habe er in seiner 25-jährigen Praxis noch nicht erlebt.