Die Heilkraft der Nacht

von Redaktion

Ein Handy im Bett ist häufig ein Schlafkiller. © Smarterpix

Prof. Grönemeyer gibt in seinem neuen Buch auf über 150 Seiten konkrete Tipps für besseren Schlaf.

Erholt aufwachen: Mit den Tipps von Prof. Dietrich Grönemeyer können Sie Ihre Schlafprobleme überwinden. © Smarterpix

München – Es gibt kaum etwas Schöneres als dieses Gefühl: morgens aufwachen, sich strecken und spüren, dass Körper und Kopf endlich wieder Energie haben. Doch für viele Menschen bleibt das ein Traum. Das aber lässt sich ändern, und wer Probleme mit dem Schlaf hat, sollte diese lösen, sagt Prof. Grönemeyer. Denn: „Schlafen ist lebenswichtig. Schlafen ist wunderbar.“ Er erklärt, warum guter Schlaf so wichtig ist und wie wir ihn wiederfinden können.

Schlaf: die älteste Medizin der Welt

Viele Menschen sehen Schlaf als verlorene Zeit. Doch medizinisch betrachtet ist er das Gegenteil: eine Art Reparaturmodus für den Körper. „Schlaf ist die älteste und ursprünglichste Heilmethode des Lebens“, sagt Prof. Dietrich Grönemeyer. Während wir schlafen, passiert im Körper Erstaunliches. Zellen reparieren Schäden, der Stoffwechsel wird neu eingestellt und das Immunsystem arbeitet auf Hochtouren. „In der nächtlichen Ruhephase räumt der Körper sich selbst auf“, so Prof. Grönemeyer. Auch unser Gehirn nutzt die Nacht intensiv: Es sortiert Erinnerungen, speichert wichtige Informationen und räumt Überflüssiges aus dem Weg.

Warum wir ohne Schlaf krank werden

Wer dauerhaft schlecht schläft, spürt das. Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder Heißhunger sind typische Folgen. Langfristig kann Schlafmangel noch mehr anrichten. „Schlechter Schlaf belastet Körper und Seele sehr“, warnt Grönemeyer. Studien zeigen: Wer dauerhaft zu wenig schläft, hat ein höheres Risiko für Depressionen, chronische Schmerzen, Infektionen oder Stoffwechselprobleme. Der Grund: Der Körper kommt nicht mehr richtig zur Regeneration.

Das Gehirn arbeitet nachts auf Hochtouren

Während wir schlafen, ist unser Gehirn erstaunlich aktiv. Besonders wichtig ist der sogenannte Tiefschlaf. In dieser Phase werden Erinnerungen sortiert und im Gedächtnis gespeichert. „Im Tiefschlaf sortiert das Gehirn unsere Erinnerungen, damit wir uns wichtige Dinge dauerhaft merken können“, erklärt Grönemeyer. Später folgen die Traumphasen. In ihnen verknüpft das Gehirn neue Erfahrungen mit alten Erinnerungen und entwickelt dabei manchmal überraschend kreative Ideen.

Warum guter Schlaf oft schon am Tag beginnt

Viele Menschen suchen die Lösung für Schlafprobleme im Bett. Doch laut Grönemeyer beginnt guter Schlaf viel früher. „Wir können den Schlaf nicht erzwingen, aber wir können ihm tagsüber gute Bedingungen schaffen““, sagt der Arzt. Das bedeutet zum Beispiel: viel Tageslicht, Bewegung und weniger Stress am Abend. Schon ein kurzer Spaziergang kann helfen. „Gehen Sie abends noch eine kleine Runde um den Block – das wirkt besser als jede Schlafpille“, rät Prof. Grönemeyer.

Wenn wir zu sehr versuchen zu schlafen

Paradox, aber wahr: Manchmal schlafen wir gerade deshalb schlecht, weil wir zu sehr darüber nachdenken. Viele Menschen schauen ständig auf Schlaftracker oder sorgen sich um die perfekte Schlafdauer. Doch diese Kontrolle kann das Gegenteil bewirken. „Wer sich zu sehr unter Druck setzt, landet schnell in einem Teufelskreis aus Stress und Schlaflosigkeit“, so Prof. Grönemeyer.

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