München – Oft wird PD Dr. Katharina Bürger von der Gedächtnisambulanz im LMU-Klinikum gefragt, wie man auch zu Hause herausfinden kann, ob man vergesslich wird oder an einer Demenz erkrankt ist. „Wir raten davon ab, denn für eine belastbare Diagnose braucht es weit mehr “, erklärt die Medizinerin. „Die Tests müssen unter standardisierten Bedingungen durchgeführt werden, damit sie aussagekräftig sind. Dazu kommen viele weitere Mosaiksteine, die es für ein umfassendes Bild braucht.“ Die Untersuchungsschritte:
■ Anamnese
Der Patient wird von einem Arzt oder einem Team, das Psychiater, Neurologen, Neuropsychologen und Pflegefachkräfte umfassen kann, ausführlich untersucht. Die Krankengeschichte des Patienten wird erhoben, einschließlich seiner Symptome, seines Gesundheitszustands und seiner Lebensumstände. Bürger: „Es ist wichtig, dass die Angehörigen bei dem Prozess dabei sind. Einen Patienten ohne Fremdanamnese zu beurteilen, ist sehr schwer.“
■ Kognitive Tests
Der Patient wird kognitiven Tests unterzogen, die Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Denkvermögen und andere Fähigkeiten bewerten. Diese Tests können helfen, den Grad der kognitiven Beeinträchtigung zu bestimmen und festzustellen, ob Demenz vorliegt.
■ Bildgebende Verfahren
Zur weiteren Diagnose können bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) eingesetzt werden, um strukturelle Veränderungen im Gehirn zu identifizieren. Diese Verfahren können helfen, andere mögliche Ursachen für die Symptome wie etwa einen Tumor oder einen stummen Schlaganfall auszuschließen.
■ Laboruntersuchungen
Blut- und andere Laboruntersuchungen werden durchgeführt, um nach anderen Gesundheitsproblemen zu suchen, die Gedächtnisstörungen verursachen könnten. Zu diesen gehören zum Beispiel Vitaminmangel oder Stoffwechselstörungen.
■ Beratung
Die Gedächtnisambulanz bietet auch erste Beratung und Unterstützung für Patienten und ihre Familien an. Dies kann Informationen über die Erkrankung, Behandlungsmöglichkeiten, Bewältigungsstrategien und Unterstützungsangebote in der Gemeinde umfassen. Dr. Katharina Bürger: „Hier sind im Weiteren vor allem die lokalen Alzheimer-Gesellschaften eine gute Anlaufstelle, die dann auch für Patienten, die im ländlichen Raum leben, gute Adressen haben.“
■ Behandlungsplanung
Basierend auf den Ergebnissen der Untersuchungen werden den weiterbehandelnden niedergelassenen Haus- und Nervenärzten umfangreiche Empfehlungen zur weiteren Behandlung gegeben. Ziel ist, die Symptome zu lindern, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Lebensqualität des Patienten zu erhalten. Dies kann Medikamente, die Empfehlung von Therapien und die Organisation von unterstützenden Dienstleistungen umfassen.