Wenn die Leber still leidet

von Redaktion

Immer mehr Menschen haben Probleme mit dem Entgiftungsorgan

Das Buch (erschienen im Südwest Verlag) kostet 20 Euro.

Die Leber befindet sich im rechten Oberbauch und ist unser größtes Stoffwechselorgan. © smarterpix, I. Zabel

München – Sie tut nicht weh, meldet sich nicht laut. Und doch kann sie unsere Gesundheit massiv bedrohen: die Fettleber. Millionen Menschen tragen sie mit sich herum, oft ohne es zu wissen. Passend dazu ist das neue Buch „Fettleber, was nun?“ der Münchner Internistin Prof. Dr. Julia Seiderer-Nack erschienen. Darin erklärt die Ärztin, warum unsere Leber zunehmend unter der modernen Lebensweise leidet und wie wir sie wieder fit bekommen.

Die stille Volkskrankheit

Viele denken bei einer Fettleber zuerst an Alkohol. Ein Irrtum! „Die meisten Fettlebererkrankungen weltweit entstehen nicht durch Alkohol, sondern durch Ernährungsgewohnheiten und Stoffwechselprobleme wie Übergewicht oder Diabetes“, sagt Prof. Dr. Julia Seiderer-Nack. Und die Folgen sind enorm: In den Industrienationen hat bereits jeder dritte Erwachsene eine verfettete Leber. Das Problem: Man merkt es lange nicht. Oft sind es nur unspezifische Symptome wie Müdigkeit oder fehlende Energie: Beschwerden, die kaum jemand sofort mit der Leber verbindet.

Darum ist die Leber wichtig

Die Leber ist laut Seiderer-Nack das „chemische Zentrallabor des Körpers“. Sie steuert den Stoffwechsel, speichert Nährstoffe, produziert wichtige Eiweiße und entgiftet den Körper. Kurz gesagt: Ohne Leber läuft rein gar nichts.

So entsteht die Fettleber

Viele vermuten, dass vor allem Fett aus der Nahrung schuld ist. Tatsächlich spielt etwas anderes eine größere Rolle: „Die Hauptursache einer Fettleber sind nicht alleine die Fette in der Nahrung, sondern vor allem Kohlenhydrate und ein Überangebot an Kalorien“, so Prof. Dr. Seiderer-Nack. Besonders problematisch: Industriezucker. Softdrinks, Fertigprodukte oder stark gezuckerte Lebensmittel liefern enorme Mengen Fruktose. Diese wird in der Leber zu Fett umgebaut. Das Ergebnis: Die Leber speichert immer mehr Fett, irgendwann entsteht eine Fettleber.

Wann es gefährlich wird

„Bei etwa 10 bis 20 Prozent der Patienten kommt es zu einer Entzündung der Fettleber. Folgen können eine Fibrose oder sogar Zirrhose sein.“ Heißt: Gesundes Lebergewebe wird durch Narben ersetzt. Ein Schaden, der nicht mehr rückgängig zu machen ist. Weiteres Problem: Eine Fettleber erhöht das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Leber kann sich erholen

Die Leber hat eine enorme Fähigkeit zur Selbstheilung. Schon fünf Prozent Gewichtsverlust können den Fettgehalt im Organ deutlich senken. Entscheidend sind: gesündere Ernährung, weniger Zucker und Alkohol sowie mehr Bewegung. Im neuen Buch findet sich auch ein „4-Wochen-Leberfit-Programm“ mit Rezepten für 28 Tage.SUSANNE HÖPPNER

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