Prof. Christian Haass bei seinem Vortrag in München. © svs
München – Können wir Alzheimer jemals heilen? Wohl eher nicht, lautet die Antwort von Prof. Christian Haass, einem der renommiertesten Alzheimer-Forscher Deutschlands auf der Turn Around Aging Konferenz am vergangenen Freitag im Künstlerhaus in München. In seinem Vortrag erklärte der LMU-Professor die Ursachen der tückischen Gedächtnis-Erkrankung – unter anderem Eiweißablagerungen im Gehirn. Diese Veränderungen sorgen dann für den Tod von Gedächtniszellen, und dies schon lange vor dem Ausbruch der Alzheimer-Erkrankung.
„Wir können diesen Zelltod nicht rückgängig machen, deshalb hilft es auch nicht, Eiweißablagerungen im Gehirn abzubauen.“ Das Gen, das verantwortlich ist für die Produktion von Amyloid, das zu den Eiweißablagerungen führt, sitze auf Chromosom 21. Durch eine sogenannte Genschere hier einzugreifen, funktioniere kaum, da das Gen diverse andere Funktionen habe. „Was uns bleibt, ist also die Prävention“, sagte Haass. Und stellte klar, dass es bei den neuen Medikamenten vor allem darum gehe, „die richtigen Patienten zum richtigen Zeitpunkt“ zu finden, also bestenfalls zehn Jahre vor Ausbruch von Alzheimer.
Die beste Waffe sei Prävention: „Körperliche und geistige Bewegung führen zu erstaunlichen Ergebnissen“, betonte der Experte. Lebenslanges Lernen und viel körperliche Aktivität regen ein Enzym im Gehirn an, das das gefürchtete Amyloid abbaut – im Schlaf. So sei auch ausreichend Schlaf wichtig bei der Vorbeugung. Treiber des Zelltods sind Entzündungsvorgänge im Gehirn. Insofern sei es entscheidend, chronische Entzündungen zu verhindern – etwa durch gute Zahnpflege und die Vermeidung von ungesundem Bauchfett.SVS