Dr. Hanna Heikenwälder, Krebsexpertin & Molekularbiologin. © Turn Around Aging
München – „Eine Zigarette enthält über 60 Krebserreger“, sagte Dr. Hanna Heikenwälder jüngst auf der Turn Around Aging Konferenz im Künstlerhaus in München (Foto). Alkohol begünstigt Krebs, da er Zellen tötet. Wachsen sie nach, kann Krebs entstehen. „Zigaretten und Schnaps sind die tödlichste Kombi“, warnte die Krebsexpertin.
Sie machte klar, dass Krebs zum Leben gehört. „Jeder Zweite wird einmal im Leben die Diagnose Krebs bekommen.“ Um dann nicht daran zu sterben, sei eben gerade die Früherkennung sehr wichtig. Und zudem rate sie zu einem Lebensstil, der die Risiken minimiert. Dabei komme es nicht darauf an, immer alles perfekt zu machen. Wichtig sei aber die Gesamtbilanz. So nannte Heikenwälder Jeanne Calment als Beispiel: Die Französin hält den Altersrekord, sie starb 1997 im Alter von nachweislich 122 Jahren – obwohl sie rauchte. Aber eben maßvoll, immer nur eine Zigarette am Abend. Dafür aber hat Jeanne Calment viele andere Dinge gut und richtig gemacht: Sie hat sich zum Beispiel ein Leben lang sehr viel bewegt, obwohl Sport, vor allem bei Frauen, in ihrer Jugendzeit nicht angesagt war. „Sie hat 100 Jahre lang maßvoll geraucht, aber sie hat auch über 100 Jahre lang viel Sport gemacht“, gab Heikenwälder zu bedenken. Weiterhin schlief Jeanne Calment in einem kühlen Raum und ernährte sich frisch, ausgewogen und gesund. Jeanne Calment hatte ihr langes Leben lang nie Übergewicht. „Übergewicht ist weit riskanter, als man denkt“, betonte Heikenwälder. „Die Übergewichts-Pandemie in den USA sorgt zum Beispiel dafür, dass die Lebenserwartung der Menschen in Nordamerika seit zwei Jahrzehnten unter der der Menschen in Libanon und Kuba liegt.“
Übergewicht ist ein massiver Krebsförderer, warnte Heikenwälder. Es steigere das Krebsrisiko in vielerlei Hinsicht. Heikenwälder nannte einige Punkte: „Übergewicht fördert systemische Entzündungen, stört die Zellerneuerung, Autophagie genannt, sorgt für eine veränderte Darmflora und vermindert die Abwehrkraft des Immunsystems. Zudem kann es eine Fettleber hervorrufen, die Menge der ungesunden Fette im Blut erhöhen, den Blutzucker und das Diabetesrisiko massiv steigern und für ein Plus an Sexualhormonen, zum Beispiel Östrogen, verantwortlich sein. Auch verursacht es sogenannten oxidativen Stress, indem es die Anzahl der schädlichen Stoffwechselprodukte steigert.“SVS