Reizdarm durch Antibiotika?

von Redaktion

München – Antibiotika gelten als unverzichtbare Therapien zur Bekämpfung bakterieller Infektionen. Doch eine im American Journal of Gastroenterology publizierte Metaanalyse zeigt, dass ihr Einsatz – insbesondere bei Magen-Darm-Infekten – langfristige Folgen haben kann. Im Fokus steht das Reizdarmsyndrom, eine chronische Erkrankung, welche eng mit Veränderungen der Darm-Hirn-Achse sowie des Mikrobioms verknüpft ist. Die Analyse basiert auf 31 Studien mit mehr als 422.000 Patienten. Laut Auswertung entwickelten 26 Prozent aller Patienten, die Antibiotika erhalten hatten, ein Reizdarmsyndrom, während es in der Vergleichsgruppe ohne Antibiotika-Therapie nur 20 Prozent waren. Das entspricht einem um etwa 30 Prozent erhöhten relativen Risiko. Besonders deutlich war der Effekt, wenn Antibiotika gezielt bei gastrointestinalen Infektionen eingesetzt wurden: In diesem Setting stieg das Risiko sogar um rund 70 Prozent.

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