Kurzvideos nerven oft. Man kann sie ausblenden. © jh
Viele verbringen viel Zeit mit digitaler Unterhaltung. YouTube ist besonders beliebt. Zehn Tipps verbessern die Nutzung © Freepik
Ob zur Unterhaltung, Weiterbildung oder als Radio-Ersatz für Musik – die Plattform YouTube ist aus dem digitalen Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch weil die meisten nur die Standardfunktionen verwenden, bleibt ein Großteil des Potenzials ungenutzt. Viele ärgern sich über aufdringliche Kurzvideos oder wachsende Werbeblöcke – dabei lässt sich das Erlebnis mit wenigen Handgriffen massiv verbessern. Wer die vielen versteckten Funktionen kennt, hat mehr Spaß. Wir liefern zehn praktische YouTube-Tipps.
■ Anmeldung
Mit und ohne Anmeldung: YouTube funktioniert auch ohne Anmeldung. Das ist einer der wichtigsten Ratschläge, die nicht jeder kennt. Wer den Dienst anonym nutzt, liefert dem neugierigen US-Konzern Google weniger Daten für seine Werbung. Dafür müssen Nutzer allerdings auf praktische Funktionen wie das Abonnieren von Kanälen verzichten. Zudem lernt YouTube dann nicht, für welche Themen man sich interessiert – und sucht nicht die passenden Videos aus. Ein guter Kompromiss zwischen Komfort und Privatsphäre funktioniert so: In den Google-Kontoeinstellungen das automatische Löschen des Verlaufs nach drei Monaten aktivieren.
■ Schluss mit Shorts
Die von TikTok abgekupferten vertikalen Kurzvideos bieten meist wenig Substanz. Wer sie ausblenden will, nutzt kostenlose Browser-Erweiterungen wie „Enhancer for YouTube“. Im Menü mit den drei Punkten rechts neben dem Shorts-Symbol lässt sich ihre Zahl zumindest verringern. Das macht die YouTube-Startseite deutlich übersichtlicher.
■ Hintergrund-Audio
YouTube im Hintergrund weiterzuhören, während man am Handy andere Apps nutzt, ist leider kostenpflichtig. Hier helfen mobile Browser wie Firefox, Opera oder Brave. Wer mit ihnen youtube.com aufruft, kann „Background Audio“-Optionen nutzen. Das klappt dann auch ohne Abonnement.
■ Spar-Abo
YouTube Premium Lite“ ist die günstigere Lösung für werbefreie Videos. Für 5,99 Euro im Monat entfällt Werbung fast komplett. Im Vergleich zum Voll-Abo für 12,99 Euro fehlen allerdings YouTube Music und einige Komfortfunktionen. Seit Anfang des Jahres ist mit dem Lite-Abo auch das Offline-Herunterladen von Inhalten möglich – allerdings nicht von Musikvideos und von Shorts. Für alle Abos ist ein Monat Testen gratis.
■ KI-Tonspur
Immer mehr internationale Videos starten mit auf Deutsch übersetztem KI-Ton. Das klingt meistens unangenehm künstlich. Für einzelne Videos lässt sich im Zahnrad-Menü unter dem Clip die Tonspur (Audiotrack) auf „Original“ stellen. Eine globale Einstellung, um diese KI-Übersetzungen zu verhindern, gibt es noch nicht. Es hilft aber, im eigenen YouTube-Menü bei „Wiedergabe und Leistung“ zum Beispiel Deutsch oder Englisch als bevorzugte Sprachen festzulegen.
■ Downloads
Das Herunterladen von YouTube-Audio für den Privatgebrauch ist eine rechtliche Grauzone. Da YouTube Verschlüsselung nutzt, ist die Zulässigkeit umstritten. Wer MP3-Downloads rein privat verwendet, dürfte aber keine Probleme bekommen. Achtung: Seiten wie „YouTube to MP3“ sind oft dubios. Hier herrscht Spam- und Abzock-Gefahr!
■ Tastatur-Kürzel
Am PC oder Mac steuern Kürzel das Video schneller und exakter als die Maus. „J“, „K“ und „L“ spulen zurück, pausieren oder springen vor. Die Ziffern 1 bis 9 führen zu festen Prozentpunkten des Videos – also die 5 genau zur Hälfte. Mit Punkt (.) und Komma (,) springt man bei pausiertem Video langsam an die entscheidende Stelle.
■ Inhalte-Bereinigung
Mit der Zeit lernt YouTube, welche Videos man spannend findet. Uninteressante Clips können das durcheinanderbringen. Über die drei Punkte unter einem Video kann man „Kein Interesse“ anklicken. So merkt sich der Algorithmus wirklich nur die Favoriten.
■ Stabiler Ton
Um Lautstärkesprünge zwischen Videos oder Werbung zu vermeiden, hilft die Funktion „Gleichbleibende Lautstärke“ unter dem Zahnrad-Symbol. Sie gleicht Pegelunterschiede aus.
■ Zeitgenaue Links
Wer anderen Nutzern ein Video empfehlen will, kann sie darin exakt an die gewünschte Stelle bringen. Dafür wird ein Zeitstempel an die YouTube-Adresse angehängt. So führt beispielsweise „&t=5m20s“ exakt zu Minute 5:20 des Videos. Der Empfänger spart sich damit das Suchen nach der entscheidenden Stelle.