„Tin Can“ heißt das Gerät, zu Deutsch Blechdose. Kostenpunkt: 100 Dollar.
Apparat, Kabel, Hörer: alles da, in allen Farben.
In einer Zeit, in der viele Eltern besorgt auf die ausufernde Smartphone-Nutzung ihrer Kinder blicken, sorgt in den USA ein technischer Rückschritt für Furore. Das „Tin Can“ (Blechdose), entwickelt von drei Vätern aus Seattle, ist das Gegengift zum digitalen Überfluss: Ein Festnetztelefon im Nostalgie-Look – mit Spiralkabel und echten Tasten, aber ohne Bildschirm, Apps oder Internet.
Für 100 Dollar kaufen Familien ein Gerät, das zwar per WLAN telefoniert, aber konsequent auf Ablenkung verzichtet. Eltern verwalten über eine Liste, wer anrufen darf. Fremde oder Cyber-Mobbing bleiben draußen. Was wie ein Scherz klingt, ist ein Millionenmarkt: Seit dem Start 2025 wurden hunderttausende Geräte verkauft. Sogar Schulen setzen auf das Konzept, um die Kommunikation ihrer Schüler wieder in gesunde Bahnen zu lenken.
Das Ziel von Gründer Chet Kittleson: Die Rückkehr zum echten Gespräch. Ein simpler Stecker in der Dose statt endlosem Chatten. Kinder können ihre Freunde anrufen – egal, ob diese auch ein Tin Can besitzen oder nicht. Während der Nachwuchs soziale Kompetenzen am Hörer neu erlernt, atmen Eltern auf.
Das Tin Can beweist, dass im Kampf gegen Bildschirmzeit manchmal weniger Technik mehr Lebensqualität bedeutet. Die Renaissance des Telefonierens hat begonnen – hoffentlich bald auch mit dem Start solcher Produkte in Deutschland. Mehr Infos unter tincan.kids.JH