Der Umgang mit Menschen mit Demenz stellt viele Angehörige im Alltag vor große Herausforderungen. Durch nachlassendes Gedächtnis, zunehmende Orientierungslosigkeit sowie Angst und Unsicherheit kann es zu Verhaltensweisen kommen, die das Miteinander stark belasten. Dazu gehören auch aggressive Reaktionen, über die oft nur wenig gesprochen wird. Selbst alltägliche Situationen wie anziehen oder kurz auf jemanden zu warten, können sich für Menschen mit Demenz beängstigend oder bedrohlich anfühlen.
Wenn die Betroffenen nicht verstehen, was passiert, fühlen sie sich möglicherweise bedroht. Schmerzen oder Unwohlsein können außerdem häufig nicht klar benannt werden und äußern sich deshalb in aggressivem Verhalten. Ferner können Lärm, ungewohnte Eindrücke oder zu helles Licht überfordern. Demenzerkrankungen können darüber hinaus die Impulskontrolle und das Urteilsvermögen beeinträchtigen, sodass Reaktionen unmittelbarer oder weniger kontrolliert erfolgen. Für Angehörige ist es wichtig zu verstehen, dass aggressives Verhalten ein Signal dafür ist, dass etwas nicht stimmt.
Folgende Hinweise können daher hilfreich sein: Versuchen Sie, sich zu vergegenwärtigen, dass das Verhalten des Kranken nicht gegen Sie gerichtet ist, sondern durch die Erkrankung bedingt ist. Und wenn Sie merken, dass eine Situation zu viel wird, nehmen Sie sich bewusst einen Moment Zeit, das Zimmer kurz zu verlassen, um tief durchzuatmen und sich wieder zu sammeln.
Gestalten Sie den Alltag so überschaubar wie möglich, um Überforderungsmomente zu vermeiden. Bieten Sie Orientierung und Sicherheit, indem Sie den Tagesablauf strukturieren, die Wohnungseinrichtung nicht unnötig verändern und Gegenstände am gewohnten Platz belassen. Bei Terminen hilft oft eine gute Vorbereitung: Kündigen Sie Arztbesuche möglichst frühzeitig an, und planen Sie genügend Zeit ein, um sich in Ruhe vorbereiten und auf den Weg machen zu können. Sinnvolle Beschäftigung kann helfen, Unruhe und herausforderndes Verhalten zu verringern. Phasen der Langeweile können dagegen Unsicherheit oder Anspannung verstärken.
Vertraute Tätigkeiten und kleine Aufgaben im Alltag geben Halt und können das Wohlbefinden unterstützen. Eine ruhige und einfühlsame Haltung kann helfen, schwierige Situationen zu entschärfen. Es hilft oft, sich auf die Gedankenwelt der erkrankten Person einzulassen und mögliche Auslöser zu erkennen. Zurechtweisungen oder Richtigstellungen verunsichern dagegen häufig zusätzlich. Achten Sie darauf, langsam, deutlich und in kurzen Sätzen zu sprechen. Und stellen Sie Fragen, die mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden können.