Expertin: „Keine kleinen Erwachsenen“

von Redaktion

Besonders kritisch sind Atemprobleme und Krampfanfälle

Ärztin Dr. Katharina Rieth schrieb das Buch „Fit für den Kindernotfall – von Fieber bis Reanimation“.

München – Mit viel Erfahrung und Herz widmet sich die Kinderärztin und Notärztin Dr. Katharina Rieth der Aufklärung über Kindernotfälle. Sie erklärt, warum das so wichtig ist und was Eltern und andere Ersthelfer unbedingt beachten müssen.

■ Sind Kindernotfälle besonders schwierig?

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen und genau das macht Kindernotfälle so heikel. „Sie weisen anatomische und physiologische Besonderheiten auf“, erklärt Dr. Rieth. Das bedeutet: Krankheiten oder Verletzungen äußern sich bei ihnen häufig völlig anders und Allgemeinzustandsverschlechterungen werden lange kompensiert, schlagen dann aber aus dem Nichts zu.

Besonders kritisch ist die Atmung. Kinder haben einen höheren Sauerstoffbedarf und gleichzeitig geringere -reserven. Deshalb kann sich ein Atemwegsproblem dramatisch zuspitzen: „Babys laufen bereits nach etwa 25 Sekunden ohne Atmung blau an, während Erwachsene deutlich länger ohne Sauerstoff auskommen“, berichtet Dr. Rieth. Umso wichtiger ist es, Warnzeichen früh zu erkennen und dannrechtzeitig gegenzusteuern.

■ Wann ist es wirklich ein Notfall?

Viele Eltern sind unsicher: Muss ich sofort handeln oder reicht ein Arzttermin? Die Kindernotärztin betont, dass genau diese Einschätzung entscheidend ist: „Einen Notfall zu erkennen ist ausschlaggebend, um rasch handeln und adäquate Hilfe anfordern zu können“. Typische Kindernotfälle sind Atemnot, Krampfanfälle und schwere Verletzungen, aber auch Vergiftungen, Verbrühungen, schwerwiegende Infektionen und Ertrinken kommen vor.SUSANNE HOEPPNER

Artikel 7 von 11