Hanta & Co.: Was Urlauber wissen müssen

von Redaktion

Sicher verreisen in alle Welt: Allgemeinarzt und Tropenmediziner Dr. Markus Frühwein gibt Tipps. © Foto: Martin Hangen

Informieren Sie sich vor einer Urlaubsreise, beispielsweise beim RKI oder einem Tropeninstitut. © Smarterpix

München – Zwar ist das Risiko, sich mit der tückischen Andes-Variante anzustecken (siehe Artikel unten), äußerst gering. Aber es gibt auch viele andere Erreger, die man sich im Urlaub leicht einhandeln kann – auf Fernreisen, in unseren Nachbarländern wie Italien und sogar immer öfter daheim in Balkonien.

Allgemeine Einschätzung: „Die wichtigste Botschaft ist: Freuen Sie sich auf Ihren Urlaub!“, sagt Frühwein. „Man kann sich durch Impfungen, Medikamente, Kleidung und Hygiene gut schützen. Insgesamt ist die Lage bei Infektionserkrankungen auf Reisen im Hinblick auf ein Pandemie-Risiko momentan für uns Deutsche nicht sonderlich bedrohlich.“

Magen-Darm-Erkrankungen: Sie sind das häufigste Reisemitbringsel. „Die Bandbreite der Erreger ist sehr groß“, sagt Frühwein. Meistens handelt es sich um Viren wie die bekannten Noro-Erreger. Als Übeltäter kommen aber auch Bakterien wie Salmonellen oder Parasiten wie Einzeller und Würmer in Betracht, die unter anderem Lebensmittelvergiftungen verursachen. Während gegen Bakterien Antibiotika helfen, kann man gegen Viren wenig unternehmen – nur viel trinken, eventuell einen Durchfallblocker einnehmen und sich schonen. Bei Fernreisen sollte man auch Typhus auf dem Schirm haben, diese Erkrankung wird von einer Salmonellen-Unterart hervorgerufen. Generell gilt: Zum Schutz vor Durchfall und Erbrechen goldene Hygieneregeln einhalten, das heißt: häufig die Hände waschen und möglichst nicht dort essen, wo augenscheinlich schlechte Sauberkeitsstandards herrschen.

Leberentzündung: „Hepatitis A kommt relativ häufig vor“, warnt Frühwein. Die Viren können durch verunreinigte Lebensmittel wie Muscheln, Salat oder rohes Gemüse übertragen werden. Auch eine Schmierinfektion etwa auf der Toilette, beim Handschütteln oder durch ein Handtuch ist möglich – ebenso wie die Übertragung von Mensch zu Mensch, beispielsweise beim Sex. „Eine Impfung ist unbedingt empfehlenswert“, so Frühwein.

Infektionen durch Mückenstiche: Zwei Erkrankungen breiten sich immer stärker aus. Zum einen Dengue-Fieber. Es kommt vor allem in warmen Regionen vor, etwa in Italien, Frankreich und Spanien. „Aber auch in Deutschland gibt es immer mehr Fälle – sogar mehr als FSME-Erkrankungen durch Zecken“, berichtet Frühwein. Die Betroffenen haben Fieber, häufig starke Gelenkschmerzen, mitunter Einblutungen.

Zum anderen kommt uns Chikungunya immer näher. Die Erkrankung wird ebenfalls nur durch bestimmte Insekten wie die Tigermücke übertragen. Im norditalienischen Veneto wurden letztes Jahr 300 Fälle registriert. Ähnliche Symptome wie bei Dengue, allerdings werden die Gelenkschmerzen bei Chikungunya oft chronisch. Diese sind schwer zu behandeln. „Gegen beide Krankheiten gibt es eine Impfung“, betont Frühwein. In Südostasien sollte man sich zudem vor allem bei Langzeitaufenthalten vor japanischer Enzephalitis schützen, einer seltenen, aber gefährlichen Hirnhautentzündung.

Malaria tropica: „Wenn man diese Erkrankung mit hohem Fieber nicht behandelt, kann es schnell lebensgefährlich werden“, warnt Tropenmediziner Frühwein. Risikogebiete sind Afrika, Süd- und Mittelamerika. Dagegen hilft das Mittel Malarone, es wird auch zur Prophylaxe verabreicht. Eine effektive Impfung gibt es nicht.

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