Nichts an Klopp ist echt

von Redaktion

Keinen einzigen Tag verbrachter Ex-Fußball-Trainer Jürgen Klopp für die Reklame vor der Kamera. Alles wurde digital erzeugt.

Wenn Jürgen Klopp bei der Fußball-WM mit breitem Grinsen und amüsanten Sprüchen in der MediaMarkt-Werbung auftaucht, dann steckt dahinter kein klassischer Dreh mehr – sondern Künstliche Intelligenz. Das ist der Clou der neuen Elektromarkt-Kampagne: Der Klopp aus der Werbung ist gar nicht der „echte“ Klopp. Denn MediaMarktSaturn hat den früheren Fußballtrainer komplett digital erzeugt.

Laut Marketingchef Michael Schuld stand Klopp „an keinem Tag während der Spotproduktion vor der Kamera“. Der echte Klopp musste also nicht stundenlang im Studio stehen, verschiedene Sprachen einsprechen oder Szenen wiederholen. Stattdessen wurde sein digitales Abbild mit KI erzeugt – inklusive Stimme, Mimik, Bewegungen und strahlend weißen Kloppo-Zähnen.

Für Zuschauer ist das praktisch nicht mehr zu erkennen. Zwar gab Jürgen Klopp laut Unternehmen sein Einverständnis und nahm „jede einzelne Szene ab“, doch die eigentliche Arbeit erledigte die Software.

Der Vorteil für die Werbung: Die Clips lassen sich viel schneller verändern. So können unterschiedliche Sprachversionen oder neue Social-Media-Szenen praktisch auf Knopfdruck entstehen. Schuld nennt das einen „unschlagbaren Vorteil“, weil sich fehlende Einstellungen oder zusätzliche Perspektiven mittels KI sehr schnell umsetzen lassen.

Die WM-Kampagne läuft in elf Ländern und soll vor allem Fernseher und Beamer verkaufen. Unter dem Motto „Sorry, ist halt WM“ entschuldigt Klopp überdrehtes Fußballverhalten – etwa peinlichen Torjubel oder eskalierende Fanszenen.

Für Laien zeigt die Aktion vor allem eines: KI ersetzt inzwischen nicht mehr nur Texte oder Bilder. Sie ist bereits in der Lage, Menschen täuschend echt nachzuempfinden.JH

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