Oberschenkelbruch: Wie Senioren wieder auf die Beine kommen

von Redaktion

Ärzte bei einer Operation. © Imago/maria Daniela Romero

Berlin – Die Behandlung von älteren Menschen mit einem hüftgelenknahen Oberschenkelbruch wird weiter verbessert. Grundlage dafür ist eine neue Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). Damit sollen Begleiterkrankungen der Betroffenen in das Behandlungskonzept einbezogen und nicht nur die chirurgische Versorgung des Knochenbruchs durch eine Operation betrachtet werden. „Da Altersfrakturen zunehmen, erkennen wir heute deutlicher die Bedeutung der Mitbehandlung von Begleiterkrankungen. Dieses Wissen wurde in die neue Leitlinie aufgenommen“, sagt DGOU-Präsident Prof. Frank Hildebrand.

Oberschenkelfrakturen, bei denen es sich um Brüche knapp unterhalb des Hüftgelenks handelt, gehören in Deutschland zu den häufigsten Knochenbrüchen. Über 70.000 werden jährlich behandelt. Die meisten Betroffenen sind über 70 Jahre alt. Bei ihnen reicht häufig schon ein einfacher Sturz aus dem Stand aus: Ihre Knochen halten einem Aufprall nicht mehr stand, oftmals begünstigt durch Knochenbrüchigkeit (Osteoporose). Solche Altersbrüche führen oft dazu, dass hochbetagte Menschen ihre Beweglichkeit und Lebensqualität verlieren. Die Ein-Jahres-Sterblichkeit nach Hüftfrakturen liegt bei 11 bis 29 Prozent, wobei in der Regel nicht die Fraktur selbst der Grund ist. Vielmehr sind es Folgekomplikationen wie eine Lungenentzündung oder ein Harnwegsinfekt infolge der Immobilität.

Um die Behandlung zu verbessern, sollten maximal 24 Stunden zwischen Sturz und OP vergehen. Denn Verzögerungen erhöhen das Risiko für Komplikationen. „Insbesondere hinsichtlich des optimalen Zeitpunkts für die Operation herrschten in der Praxis häufig Unsicherheiten“, erklärt Prof. Carl Neuerburg von der Sektion Alterstraumatologie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie. „Viele Patienten nehmen aufgrund von Begleiterkrankungen, wie beispielsweise am Herzen, blutverdünnende Medikamente ein, die vor einer Operation zunächst reduziert oder pausiert werden müssen – das kostet Zeit. Anderenfalls besteht das Risiko lebensbedrohlicher Blutungen unter der Operation.“ Ein neuer Behandlungsalgorithmus zum Thema Blutverdünner bietet nun klare Orientierung: Er gibt einen Überblick über alle derartigen Medikamente und schätzt das Blutungsrisiko ein.

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