Unser täglich Brot – das besteht oft nicht mehr nur aus Hefe oder Sauerteig, Mehl, Salz und Wasser. Enthalten sind teilweise auch Emulgatoren, Säureregulatoren und Verdickungsmittel. Das industriell hergestellte Brot bleibt dadurch länger frisch und weich. Doch für die Gesundheit können sie zum Risiko werden. Rund 320 Zusatzstoffe sind in der EU bei konventionellen Lebensmitteln zugelassen, bei Bio-Lebensmitteln sind es 56.
Worauf Sie achten sollten, erklärt Ernährungsberaterin Natalie Widmer in ihrem Kurs „Zusatzstoffe in Lebensmitteln – Einfluss auf die Gesundheit“ an der VHS SüdOst in Ottobrunn (Kreis München). Hier gibt sie vorab wichtige Tipps, auf welche E-Nummern Sie beim Einkaufen achten sollten:
E407: Carrageen ist ein Gelier- und Verdickungsmittel, das aus Algen gewonnen wird und häufig in Marmelade, Pudding, Sahne, Eis, Fertigsoßen und -suppen steckt. Das Produkt wird dadurch cremiger. Vorsicht: Bei empfindlichen Menschen kann es Entzündungen im Darm fördern.
E 951: Bei Aspartam handelt es sich um einen Süßstoff, der in Energydrinks oder Softdrinks vorkommt. Die Weltgesundheitsorganisation stuft Aspartam als „möglicherweise krebserregend“ ein. Empfehlung: die tägliche Höchstmenge von 40 mg pro Kilo Körpergewicht nicht überschreiten (für eine Person mit 60 Kilo: nicht mehr als drei Liter).
E 620: Glutamat wird als Geschmacksverstärker in Lebensmitteln eingesetzt, dazu zählen auch die Salze E621 , E622, E623, E624 und E625. E620 kommt in asiatischen Produkten wie Sojasoße vor. Wer größere Mengen davon verzehrt, kann das Asia-Restaurant-Syndrom erleiden. Die Symptome sind zum Beispiel Kopfschmerzen, Übelkeit, Hautausschläge.
E 249 bis 252: Das sind als Nitritpökelsalzebekannte Konservierungsstoffe, die in Wurst und Fleischerzeugnissen vorkommen. Diesen Produkten geben sie die typische rosarote bzw. rote Farbe. Hauptrisiko: Zu viel Nitrit kann sich im Körper oder beim Braten in krebserregende Stoffe verwandeln. Deshalb gelten strenge gesetzliche Höchstmengen.
E 220 bis E 228: Schwefeldioxid und dessen Salze kommenin Trockenfrüchten und Wein vor. Bei empfindlichen Menschen können sie Übelkeit, Kopfschmerzen oder sogar Asthmaanfälle auslösen.
E 338: Diese Phosphorsäure steckt oft in Cola-Getränken. Achtung: Hohe Mengen können die Nieren belasten und den Knochenabbau fördern.
E 102, E 104, E110, E 122, E 129, E151 : Farbstoffe, die für die jeweiligen Töne Geld, Gelbgrün, Orange Rot und Schwarz sorgen und bei Kindern Hyperaktivität fördern und Allergien auslösen kann. Kommen in bunten Süßigkeiten, Joghurts oder Wackelpudding vor.
Faustregel: Maximal fünf Inhaltsstoffe im Produkt. Hochverarbeitete Lebensmittel wenn möglich meiden.
Vorsicht bei Werbeversprechen: Auch wenn Erdbeerjoghurt auf dem Becher steht, sind teils nur sehr geringe Mengen Obst enthalten. Vielmehr sorgen künstliche Aromen für den Geschmack. Für die Farbe kann die günstigere Rote Beete sorgen. Genau hinschauen!
Extra-Tipp: Nutzen Sie die Open Food Facts-App, einen kostenlosen Barcode-Scanner. So geht’s: Mit der App den Barcode eines Produkts einscannen. Ist das Produkt in der Datenbank bekannt, werden Infos zu Inhaltsstoffen, Nährwerten und Umweltaspekten gezeigt.MARTINA WILLIAMS