Mehr Krankmeldungen bei Hitze

von Redaktion

Studie: Besonders betroffen sind Berufe in den Bereichen Transport, Fertigung und Bau

Berlin – In einer lang anhaltenden Hitzewelle melden sich Beschäftigte deutlich öfter krank. An einem durchschnittlichen Hitzetag steigt laut einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung die Zahl der Krankheitsfälle um etwa 3,5 Prozent, nach sieben Hitzetagen um 10,8 Prozent. Insbesondere ältere Arbeitnehmer und Beschäftigte mit chronischen Erkrankungen sind demnach überdurchschnittlich häufig betroffen. Die Studie, die noch nicht abschließend in einem Wissenschaftsjournal veröffentlicht ist, basiert auf Abrechnungsdaten von rund 9,7 Millionen AOK-Versicherten.

Eine dreitägige Hitzewelle verursacht nach den Hochrechnungen über alle Berufsgruppen und Beschäftigten hinweg Kosten von rund 32 Millionen Euro für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Nicht nur Kreislauferkrankungen nehmen demnach zu, sondern auch Verletzungen, psychische Erkrankungen, Hauterkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparats und Infektionen. Hinzu kommen weitere negative, wenn auch aus Sicht der Wissenschaftler schwer bezifferbare Effekte wie eine geringere Produktivität am Arbeitsplatz.

Unter den insgesamt 36 betrachteten Berufsgruppen gab es das höchste Risiko für hitzebedingte Arbeitsausfälle bei Berufen in den Bereichen Transport und Logistik, Fertigung, Landwirtschaft sowie im Bauwesen. Am wenigsten betroffen waren Berufe der Informationstechnologie, im Bildungsbereich sowie im Rechts- und Verwaltungswesen. „Die Studie zeigt, dass Hitze ein arbeitsmarkt- und gesundheitspolitisches Risiko ist, das alle Branchen betrifft, aber sozial ungleich verteilt ist“, sagte Carola Reimann, die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes. Noch vier Jahre nach einer mindestens drei Tage dauernden Hitzewelle sei ein Anstieg der Ausgaben für Arbeitsausfälle zu verzeichnen.

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