Psychische Probleme nehmen zu

von Redaktion

Experten plädieren bei Sternstunden für mehr Hilfsangebote und bessere Unterstützung

Kinderpsychiater Prof. Marcel Romanos (v. li.), Sternstunden-Geschäftsführerin Natalie Schmid und Pater Stefan Stör, Geschäftsführer von Don Bosco München. © Foto: S. Sasse

München – Psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen nehmen deutlich zu – viele Kinder erkranken bereits im Grundschulalter.Die Ursachen dafür, dass die Kinder-Psyche in den Alarm-Modus gerät, sind häufig Leistungsdruck, Cybermobbing und die scheinbare Perfektion anderer, die in den Sozialen Medien vorgespielt wird. Hinzu kommen Zukunftsängste, schwierige familiäre Situationen wie Missbrauch, Gewalt, und Armut.

„Etwa 20 Prozent der Kinder haben sich im vergangenen Jahr in einer emotionalen Ausnahmesituation selbst verletzt“, sagte Prof. Marcel Romanos, Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik Würzburg, am Dienstag bei einer Podiumsdiskussion von Sternstunden, der Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks. „Kinder sind eine Minderheit ohne Lobby“, sagt der erfahrene Experte überspitzt. Er habe sein Leben der Mission gewidmet, das zu ändern. Sternstunden unterstützt sieben Projekte des Vereins Menschenskinder Würzburg, dessen Vorsitzender Romanos ist, mit insgesamt 2,6 Millionen Euro. „Kindeswohl ist mein Herzensthema“, betonte auch Juliane Pougin, Leiterin des psychosozialen Teams bei Krisenchat. Die Initiative wurde 2020 gegründet und bietet Jugendlichen seelische Hilfe per Chat. Erschreckend: „Viele Kinder und Jugendliche berichten von Suizidgedanken und davon, dass sie sich nicht trauen, mit den Eltern darüber zu sprechen“, so Pougin.

Pater Stefan Stör, Geschäftsführer der Salesianer Don Bosco München, die Sternstunden in ganz Bayern bei 17 Projekten mit 4,6 Millionen Euro unterstützt, betonte „drei Dinge mit Z“, die Kinder und Jugendliche in seinen Augen besonders benötigen: „Zuneigung, Zutrauen und Zuversicht!“S. SASSE

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