Prof. Sylvia Stracke Deutsche Gesellschaft für Nephrologie © Foto: Wally Pruss
Hitze ist ein unterschätzter Risikofaktor: Wer viel schwitzt und zu wenig trinkt, produziert weniger Urin. Steinbildende Substanzen konzentrieren sich im Harn, Kristalle können entstehen und wachsen. Durch die steigenden Temperaturen könnten sich nun die „Steingürtel“ – das sind die Regionen rund um den Äquator sowie heiße Gebiete wie der Südosten der USA oder Teile Südostasiens – weiter nach Norden ausdehnen. Auch in Deutschland müssen wir so mit mehr Nierenstein-Erkrankungen rechnen. Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung ist, ausreichend zu trinken, am besten ungesüßten Tee, Mineralwasser mit wenig Kalzium und dünne Saftschorlen. Wir empfehlen Erwachsenen, besonders in der warmen Jahreszeit täglich etwa 2,5 Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen – bei Hitze auch mehr. Zu viel Oxalat – etwa in Mangold, Rhabarber und Spinat –, Kalzium, Salz sowie Vitamin C und D können die Steinbildung fördern, während Citrat, Magnesium und Kalium eher schützend wirken.