Chilischoten sorgen für die nötige Schärfe.
Tortillas vor dem Erhitzen mit Wasser bespritzen.
Die Guacamole darf Struktur haben.
Röstaromen verleihen der Salsa mehr Tiefe.
Zum Reinbeißen gut: Tacos sind in Mexiko ein typisches Streetfood. Es wird mit der Hand gegessen, sagt Luis Fernando Gonzalez Cortes (34) . © Michaela Stache
Ein Traum wird wahr: Luis und sein erstes Kochbuch.
Die heißen Maistortillas mit dem gebratenen Fleisch belegen und mit Salsa, Zwiebeln und Kräutern beträufeln.
Das Fleisch wird in dünne Scheiben geschnitten.
München – „Für uns Mexikaner gibt es nichts Schöneres, als Freunde einzuladen und mit ihnen gemeinsam zu essen. Wir finden immer eine Gelegenheit, uns gemeinsam an den Tisch zu setzen.“ In den kommenden Wochen gibt es dazu täglich einen Anlass. „Wir feiern die Fußball-WM in unserem Land.“ Obwohl Luis Fernando Gonzalez Cortes (34) seit fast 30 Jahren in München lebt, versteht er sich in diesen Tagen als „Botschafter“ seines Landes. Dazu gehört, uns Deutschen sein „geliebtes Mexiko“ nahezubringen. Mit gutem Essen. „Mexikanische Küche ist oft wenig spektakulär.“ Aber: „Sie ist ehrlich, bis in die letzte Faser.“
Tacos sind eines der bekanntesten und beliebtesten Gerichte der mexikanischen Küche. Ein Essen, das schnell zubereitet ist, am liebsten mit der Hand gegessen wird und in unendlich vielen Variationen funktioniert. „So erlebt man Bissen für Bissen Mexiko.“ Es gebe kaum etwas, was mehr für die mexikanische Küche stehe als ein Taco. „Es schmeckt nach Straße, Spontaneität und genau dem Moment, in dem man merkt: Gute Zutaten und eine heiße Pfanne oder ein Grill reichen aus für einen perfekten Fußball-Abend.“
Luis Fernando Gonzalez Cortes ist in Mexiko geboren, genauer gesagt in Guadalajara, der kulturellen Seele West-Mexikos. Als kleiner Junge zog er im Dezember 1998 mit seiner Familie nach München. „Ich fühlte mich sofort willkommen“, sagt Luis Fernando Gonzalez Cortes. Die Deutschen lieben Mexiko, stellte er bald fest. Damals liefen „Fiesta Mexicana“ von Rex Gildo und „Adios Mexico“ von Freddy Quinn im Radio.
Anfangs sei es schwer gewesen, typisch mexikanische Lebensmittel in München zu kaufen. „Avocados waren schwer zu finden, und wenn, kosteten sie ein Vermögen.“ Die Mutter kochte deshalb mexikanische Rezepte – mit deutschen Zutaten.
Essen spielte in der Familie immer eine wichtige Rolle. Doch erst im vergangenen Jahr startete Luis Fernando Gonzalez Cortes als Gastronom durch. Nachdem der Grafikdesigner bereits seit Jahren seinen Foodblog „Auf die Faust“ betreibt, eröffnet er 2025 sein erstes eigenes Lokal. Die „La Taquería con Salsa“ ist sein Herzensprojekt. „Geboren aus der Sehnsucht nach echtem mexikanischen Streetfood. Rau, ehrlich, voller Geschmack bringen wir ein Stück unserer Heimat nach München.“