ÖKONOMEN RÄTSELN ÜBER SINKENDE GEBURTENRATEN

Das iPhone als Verhütungsmittel

von Redaktion

Weiterer erschreckender Trend: die Liebe zum KI-Chatbot. © Freepik

Psychologischer Trick: die Nutzung des Smartphones gezielt erschweren. © Freepik

Action findet in immer mehr Beziehungen nur noch auf dem Handy statt. © Dragos Condrea

Aktuelle Studien und psychologische Phänomene zeigen, wie die ständige, unbewusste Bildschirmzeit zur digitalen Liebesfalle für Paare wird. Wir verraten, was dahintersteckt.

Gibt es einen messbaren Zusammenhang? Historische Daten legen das nahe. Eine US-Untersuchung zum ersten großen iPhone-Boom ab 2007 hat nun ergeben, dass in Regionen mit rasanter Smartphone-Verbreitung die Geburtenraten deutlich zurückgegangen sind – wofür die Experten bis zu 50 Prozent die Handys verantwortlich machen. Neben einem leichteren Zugang zu Aufklärungsinformationen ist der Hauptgrund schlicht und ergreifend die Ablenkung von Paaren. Wenn einen der Algorithmus mit der Zeit mehr fesselt als die Partnerin oder der Partner, bleibt die Romantik auf der Strecke.

Was passiert psychologisch? Das Phänomen heißt „Phubbing“. Dabei geht es um das Ignorieren des Gegenübers zugunsten des Bildschirms. Laut Psychologen formen Smartphones die Beziehungen fundamental. Wer ständig aufs Handy starrt, signalisiert Desinteresse. Das Fachportal Helpguide warnt, dass Smartphone-Sucht Beziehungen ernsthaft beschädigen kann, weil die virtuelle Welt die echte Interaktion im Alltag verdrängt.

Wie sehen Nutzer die Abhängigkeit? Sehr gespalten, wie eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München zeigt. Forscher ließen Probanden Liebes- und Trennungsbriefe an ihre Smartphones schreiben. Ergebnis: Die Geräte werden als unverzichtbare Lebensretter geliebt – aber gleichzeitig als Kontrollinstrumente und Beziehungsstörer verflucht. Diese Widersprüchlichkeit macht ein gesundes Abschalten so schwer.

Droht die Liebe zur Künstlichen Intelligenz? Die Gefahr wächst, da viele KI-Begleiter auf emotionale Bindung programmiert sind. Apple will beim fragwürdigen Trend zur „KI-Freundin“ oder zum „KI-Freund“ mit der neuen Sprachassistentin Siri AI nicht mitmachen. Software-Chef Craig Federighi erteilt der künstlich intelligenten iPhone-Romantik eine Absage: „Viele Programme sind heutzutage darauf getrimmt, den Nutzer emotional zu fesseln. Sie wollen einen gewissermaßen einsaugen.“ Für Apple gelte das Gegenteil: „Wenn man versucht, Siri als romantischen Partner zu gewinnen, ist sie daran zu 100 Prozent nicht interessiert.“

Welche Strategien helfen wirklich? Der Ratschlag, das Handy aus dem Schlafzimmer zu verbannen, ist ein alter Hut und scheitert oft. Effektiver ist das gezielte Erschweren der Nutzung durch psychologische Tricks. Schaltet man beispielsweise das Display auf Graustufen um, verliert die Benutzeroberfläche sofort ihre dopamingesteuerte Anziehungskraft auf das Gehirn.

Auch eine externe Passwortsperre hilft: Man nutzt integrierte Zeitlimits für Instagram, Tiktok & Co., lässt Passwörter aber vom Partner festlegen. Jeder kennt also nur den Code des anderen. Das überlistet die eigene Willensschwäche. Außerdem bewährt sich eine spielerische „Phubbing-Kasse“ im Alltag: Wer beim gemeinsamen Essen aufs Display blickt, zahlt fünf Euro in die Urlaubskasse. Bei derart wertvoller gemeinsamer Zeit wird sich jeder hüten, eher auf den Bildschirm als aufs Gegenüber zu schauen.

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