Zuwendung und Fürsorge: Menschen mit Demenz brauchen liebevolle Betreuung. © Smarterpix
Wenn die Temperaturen steigen, rückt auch der Hitzeschutz wieder in den Fokus. Menschen mit Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen sind bei Hitzewellen besonders gefährdet. Ihre Fähigkeit, angemessen auf hohe Temperaturen zu reagieren, ist häufig beeinträchtigt, was im Alltag oft nicht sofort auffällt. Auch wenn sie äußerlich stabil wirken, kann eine Kombination aus Hitze, Flüssigkeitsmangel und eingeschränkter Kommunikation rasch zu einem medizinischen Notfall führen. Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative (AFI) weist darauf hin, dass demenzbedingte Veränderungen die Hitzebelastung verstärken und dass Angehörige, Pfleger und das soziale Umfeld mit einfachen Maßnahmen die Gesundheit und Sicherheit erkrankter Personen schützen können. Für Menschen mit Demenz birgt Hitze ein deutlich erhöhtes Risiko für Überhitzung, Hitzschlag und Dehydration. Die wichtigsten Gründe:
1. Flüssigkeitsmangel
Menschen mit Demenz verspüren seltener Durst oder vergessen zu trinken. Gleichzeitig verlieren sie bei Hitze vermehrt Flüssigkeit über Schweiß und Atmung. Die Folgen sind Dehydration, ein sinkender Blutdruck und eine schlechtere Durchblutung. Dies kann zu Risiken wie Kreislaufproblemen, Verwirrtheit und im Extremfall zu einem lebensgefährlichen Hitzschlag führen.
2. Eingeschränktes Urteilsvermögen
Viele Menschen mit Demenz erkennen die Belastung durch Hitze nicht oder reagieren nicht angemessen, indem sie sich beispielsweise in den Schatten setzen oder ausreichend trinken. Im fortgeschrittenen Stadium fehlt zudem häufig die Fähigkeit, Unwohlsein zu äußern. Warnzeichen können dadurch unbemerkt bleiben.
3. Bewegungsdrang und Orientierungsprobleme
Viele Menschen mit Demenz haben einen großen Bewegungsdrang und verlassen manchmal unbemerkt ihr Zuhause. Wer sich an einem heißen Tag in der Sonne verläuft, kann schnell in eine lebensbedrohliche Situation geraten.
4. Gestörte Temperaturregulation
Mit zunehmendem Alter lässt die Fähigkeit des Körpers nach, sich an hohe Temperaturen anzupassen. Die Schweißreaktion verzögert sich, Menschen schwitzen weniger und die Blutgefäße erweitern sich langsamer. Dadurch kann sich der Körper bei Hitze schneller gefährlich aufheizen.
5. Medikamente und Vorerkrankungen
Bestimmte Medikamente können die Fähigkeit des Körpers zur Wärmeregulierung beeinträchtigen oder den Flüssigkeitshaushalt zusätzlich einschränken.
Um Menschen mit Demenz immer wieder ans Trinken zu erinnern, ist es hilfreich, Getränke gut sichtbar zu platzieren und immer wieder anzubieten. Angehörige sollten außerdem an heißen Tagen besonders darauf achten, in Kontakt zu bleiben, um die Situation der erkrankten Person im Blick zu haben.