Der Krebs ist zurück, aber Eleanor Hagen ist dank neuer Therapie zuversichtlich. © Michaela Hartmann
Aschheim – „Ich habe beschlossen, meine Herausforderungen herauszufordern!“, sagt Eleanor Hagen. Von denen gibt es derzeit genug, denn die 51-jährige dreifache Mutter aus Aschheim bei München kämpft mit einem Rezidiv: Der Krebs, den sie vor drei Jahren in ihrer rechten Brust entdeckte und der mit Chemotherapie, Bestrahlungen und einer Operation bekämpft wurde, ist wieder aufgetreten.
Es ist eine besonders aggressive Form von Brustkrebs: ein Triple Negatives Mammakarzinom. Bei dieser Form fehlen dem Krebs Merkmale auf seiner Oberfläche – ausgerechnet jene, die die moderne Krebsmedizin gerne bei der Bekämpfung nutzt. „Es fehlen der Östrogen-, der Progesteron- und der HER2-Rezeptor“, erklärt Prof. Nadia Harbeck, Leiterin des Brustzentrums am LMU-Klinikum.
Sie behandelt Eleanor Hagen und ist begeistert von der Energie der 51-Jährigen. Eleanor Hagen ist dreifache Mutter und Integrationsbeauftragte der Gemeinde Aschheim, engagiert sich für benachteiligte Frauen in Nigeria und ist die jüngste von acht Geschwistern, die in Kamerun und in den USA leben. „Ich bin froh, dass der Brustkrebs mich getroffen hat und nicht eine meiner Schwestern“, betont die Patientin. Wegen ihres großen Lebensmuts, aber auch, weil sie seit 25 Jahren in Deutschland lebt: „Die medizinische Versorgung hier ist exzellent“, sagt sie.
Die Krebsart, gegen die sie derzeit mit einer Chemotherapie ankämpft, ist besonders aggressiv. Die Chemotherapie, die sie nun macht, ist neuartig und für Brustkrebs noch nicht zugelassen. Es handelt sich um einen Off-Label-Use, erklärt Prof. Harbeck: „Es sind sogenannte Antikörper-Wirkstoffkonjugate, die die Chemo quasi wie in einem Rucksack direkt an den Tumor bringen.“ Eleanor Hagen ist zuversichtlich: „Im Vergleich zu den anderen Chemotherapien, die ich zuvor gemacht habe, ist diese Chemo so freundlich“, sagt sie. Geht alles gut, soll sie Ende Juli abgeschlossen sein.
Eleanor macht die Krankheit zum Lebensthema. Auf den Portalen Instagram, facebook und Tiktok berichtet sie unter dem Namen „challenging my challenges“ davon, wie sie trotz allem den Mut nicht verliert.SVS