Krebspatientin Ronja Fleckenstein gilt als geheilt. Sie setzt sich ein für Darmkrebsvorsorge.
Ronja Fleckenstein während der Behandlung. © privat (2)
München – Ihr Krebs fühlte sich an, als würden „Steine durch meinen Bauch kullern“, beschreibt es Ronja Fleckenstein (27). Im TUM-Klinikum entdeckte man dann kurz vor Weihnachten 2025 einen bösartigen Tumor im Darm, der auch bereits gestreut hatte. „Zunächst hieß es, ich würde vor der Operation eine Chemotherapie bekommen“, erinnert sich die Münchnerin. Dann aber zeigte eine Bauchspiegelung, dass der Tumor gut operiert werden könne. Am 2. Januar 2025 wurde der Tumor herausoperiert. Danach verabreichte man Ronja Fleckenstein eine Chemotherapie. Zwar gab es im Herbst vergangenen Jahres Unruhe, weil Lymphknoten geschwollen waren. „Ich war verzweifelt“, erinnert sie sich: „Ich blickte aus dem Fenster und sah einen Regenbogen. Der war für mich wie ein Zeichen, und ich machte mir bewusst, dass es mir viel besser geht als vor der OP, als ich an diesen schweren Bauchkrämpfen litt.“ Zum Glück stellte sich die Schwellung als falscher Alarm heraus. Seit ein paar Tagen ist sie glücklicher denn je. „Ich gelte als krebsfrei“, freut sie sich.
Sie hat sich entschlossen, ihre Zeit dem Krebs zu widmen – insbesondere will sie für Früherkennungsuntersuchungen bei Darmkrebs werben. Und ein weiteres Thema liegt ihr am Herzen: „Das Recht auf Vergessen“, sagt sie und erklärt: „Menschen, die Krebs überwunden haben und als geheilt gelten, haben oft Schwierigkeiten, eine Versicherung zu bekommen. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass man nach fünf Jahren die Erkrankung nicht mehr angeben muss, wenn man als krebsfrei gilt.“ Das würde vor allem jungen Menschen den Neustart in ein Leben nach dem Krebs erheblich erleichtern, da dann beispielsweise eine Berufsunfähigkeitsversicherung leichter abgeschlossen werden könnte.SVS