Die Walfangschiffe sind wieder auf See. © Trumpf/dpa
Reykjavik/München – Nach zwei Jahren Pause beginnen isländische Walfänger nach Angaben von Tierschützern wieder die umstrittene Jagd auf Finnwale. Wie Pro Wildlife und weitere Tierschutzorganisationen berichten, haben die beiden isländischen Walfangschiffe ihren Hafen in der Hauptstadt Reykjavik verlassen.
Mit an Bord befand sich demnach auch ein isländischer Aktivist. Er habe nicht gewusst, was er noch anderes tun solle, um gegen den Walfang in seinem Land zu protestieren, sagte er dem Online-Medium „Vísir“. Auch ein Video der Walschutzorganisation Captain Paul Watson Foundation zeigte ihn, wie er im Ausguck des zentralen Schiffsmastes saß. Als das Schiff vorübergehend wieder in den Hafen einfuhr, wurde er den Berichten zufolge von einem Polizeibeamten mit einem Kran wieder an Land geholt.
Island ist eines der wenigen Länder der Welt, in denen Wale noch gejagt werden dürfen. Für dieses Jahr wurde vom zuständigen isländischen Forschungsinstitut eine Fangquote von 150 Finn- sowie 168 Zwergwalen ausgegeben.
Das Thema Walfang ist unter anderem angesichts einer stark gesunkenen Nachfrage nach Walfleisch auch auf der Nordatlantik-Insel selbst umstritten. Pro-Wildlife-Meeresschutzexpertin Mona Schweizer sprach von einem Trend zur Abkehr von der Waljagd, der sich nicht mehr aufhalten lasse. Die isländische Gesellschaft wende sich von Walfang ab, der einstige Abnehmer Japan verliere darüber hinaus als Absatzmarkt an Bedeutung, gefordert wird ein dauerhaftes Verbot: „Diese Jagd ist wirtschaftlich längst unrentabel und politisch nicht mehr zu rechtfertigen.“